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	<title>...auf Mallorca Archive | aha ... ein baustift</title>
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	<description>Gedanken zu Architektur und Design</description>
	<lastBuildDate>Mon, 21 Apr 2025 14:27:58 +0000</lastBuildDate>
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		<title>&#8220;El Mundial&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Angelika A. Hermichen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Apr 2025 17:26:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[...auf Mallorca]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Kiosk &#8220;Mundial&#8221; in Palma Das Wahrzeichen Palma de Mallorcas im frühen 20. Jhd. mit freundlicher Genehmigung des Autors Manuel García Gargallo, Palma 02 MAR 2024 Übersetzung: Angelika Hermichen Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in den Straßen und auf öffentlichen Plätzen ein neuer Gebäudetyp: der Kiosk, idealer Verkaufsraum für Zeitungen, Erfrischungsgetränke und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Der Kiosk &#8220;Mundial&#8221; in Palma</h3>



<h6 class="wp-block-heading">Das Wahrzeichen Palma de Mallorcas im frühen 20. Jhd.</h6>



<p>mit freundlicher Genehmigung des Autors Manuel García Gargallo, Palma 02 MAR 2024</p>



<p>Übersetzung: Angelika Hermichen</p>



<p></p>



<p>Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in den Straßen und auf öffentlichen Plätzen ein neuer Gebäudetyp: der Kiosk, idealer Verkaufsraum für Zeitungen, Erfrischungsgetränke und Blumen. Die Lebensart der Gesellschaft hatte sich geändert und nun mussten neue Bedürfnissen erfüllt werden. Anfänglich wurden von Privatpersonen einfache Hütten erstellt, die eine amtliche Konzession zum Betrieb erhielten und die sie nach und nach qualitativ verbesserten. Ihr Erfolg motivierte zum Bau anspruchsvollerer Kioske, die gelegentlich auch einen bemerkenswerten architektonischen Wert besassen.</p>



<p>In Palma gab es dafür grossartige Beispiele wie etwa der von Gaspar Bennazar entworfene Kiosk am Ende des Born zur Plaça de la Reina hin, wie zeitgenössische Fotografien beweisen.</p>



<p><br />Es gab jedoch noch ein weiteren, der sowohl durch seine schiere Größe auffiel, als auch durch seine Architektur, aber ebenso seiner sozialen Bedeutung und visuellen Wirkung wegen, der des „<em>s&#8217;Arquitecte</em>“ (wie Gaspar Bennazar, der bedeutendste Architekt dieser Zeit in Palma allgemein genannt wurde. Anmerkung des Übersetzers). Es handelt sich um den <em>Mundial</em>, einen monumentalen Kiosk mit Erdgeschoss und Obergeschoss, der an einer Ecke des Parks „<em>Jardins de Joan Alcover</em>“ an der Plaça de la Reina errichtet wurde, an der Kreuzung von Carrer Del Conquistador und Carrer Antoni Maura. Auch bekannt als „<em>El Chiringuito</em>“, befand er sich an einem strategischen Punkt der Stadt: am Anfang des Born, gegenüber dem heute nicht mehr existierenden Teatro Lírico und dem Café Alhambra (später „Riskal“). Zwischen den dicht belaubten Bäumen des Gartens, in der Nähe von <em>La Seu</em> und <em>La Almudaina </em>markierte er das Eingangstor zur Stadt für Besucher, die an der an der <em>Moll Vell</em> das Schiff verlassen hatten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="631" src="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2025/04/Bar-Mundial-b-1-1024x631.jpg" alt="" class="wp-image-2575" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2025/04/Bar-Mundial-b-1-980x604.jpg 980w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2025/04/Bar-Mundial-b-1-480x296.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></figure>



<p>Der Mundial erregte nicht nur wegen seines privilegierten Standorts Aufmerksamkeit. Entwurf, Ästhetik und Funktionen hoben ihn von seiner Umgebung ab. Der isolierte Bau wurde mit Erdgeschoss und Obergeschoss aus Schmiedeeisen Holz und Glas über einem unregelmässigen achteckigen Grundriss errichtet (tatsächlich eher ein Quadrat dem die rechwinkligen Ecken gekappt wurden), was ihm eine Anmutung als Mischung aus Pavillon, Gewächshaus und einer riesigen Voliere gab, eine auffällige gläserne Galerie von exotischem und bukolischem Charakter.</p>



<p>Diese Ästhetik verbindet ihn mit der Spätmoderne, die Baustruktur jedoch basiert auf der sogenannten Eisenarchitektur, die erstmals mit dem Crystal Palace für die Weltausstellung 1851 in London eingeführt wurde.</p>



<p>Aufgrund der kühnen Verwendung dieser neuen Bau-Materialien Eisen und Glas sowie durch neue Konzepte von Raum und Belichtung hatte er später großen Einfluss auf die bürgerliche Architektur (zum Nachteil des konventionellen Backsteins).</p>



<p class="has-medium-font-size">Frühere Kioske</p>



<p>Die ersten Kioske in den heutigen Jardins de Joan Alcover stammen vom Ende des 19. Jahrhunderts, als sie sich &#8211; mit bescheidenen Abmessungen &#8211; in der ganzen Stadt ausbreiteten. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts erschien eine Schlüsselfigur: Bernat Cortés Fuster, „Bernat vom Kiosk“, der 1905 die Konzession eines einfachen Limonadenstandes in den Gärten übernahm, in den er selbst kaum hineinpasste. Da er gute Arbeit leistete und dank der strategischen Lage, florierte das Geschäft und im März 1914 bat Cortés den Stadtrat um die Genehmigung zum Bau eines neuen, größeren und komfortableren Gebäudes.</p>



<p>Im Juni desselben Jahres wurde der neue Kiosk eröffnet, zeitgleich mit der Einweihung der neuen Grünanlage der „Glorieta“ (noch ohne das Denkmal für Joan Alcover) und der Fiesta de la Flor (Blumenfest), einem damals sehr beliebten Fest, das mit dem Fronleichnamsfest zusammenfiel. Die Verbesserung war beträchtlich: das Gebäude wurde größer und erhielt eine Außenterrasse. Aber das war noch nicht das Ende. Es war nur ein einstöckiges Gebäude und ästhetisch gesehen war es immer noch ein Kiosk wie jeder andere. Das Geschäft wuchs weiter und im Jahr 1924 wagte der Besitzer einen weiteren Schritt, ebenso riskant wie kühn.</p>



<p class="has-medium-font-size">Bau</p>



<p>Im Februar 1924 wurde beim Rathaus ein Antrag auf den Bau eines weiteren Kiosks eingereicht, der den vorherigen ersetzen sollte. Dieser hatte ein Obergeschoss und ein Design, das niemanden gleichgültig lassen würde. Es gab Proteste und sogar Kontroversen über die Konzession. Das Projekt überschreite die Proportionen eines herkömmlichen Kiosks und wurde auch als unansehnlich gebrandmarkt, aber es wurde genehmigt.</p>



<p>Mitte desselben Jahres war der neue Kiosk Realität: ein imposantes Gebäude mit eigenem Charakter, der nun „Mundial“ getauft wurde. Eine der emblematischsten Postkarten der Stadt war geboren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="605" src="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2025/04/Bar-Mundial-c-1-1024x605.jpg" alt="" class="wp-image-2576" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2025/04/Bar-Mundial-c-1-980x579.jpg 980w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2025/04/Bar-Mundial-c-1-480x284.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></figure>



<p>Im Februar 1924 wurde beim Rathaus ein Antrag auf den Bau eines weiteren Kiosks eingereicht, der den vorherigen ersetzen sollte. Dieser hatte ein Obergeschoss und ein Design, das niemanden gleichgültig lassen würde. Es gab Proteste und sogar Kontroversen über die Konzession. Das Projekt überschreite die Proportionen eines herkömmlichen Kiosks und wurde auch als unansehnlich gebrandmarkt, aber es wurde genehmigt.Mitte desselben Jahres war der neue Kiosk Realität: ein imposantes Gebäude mit eigenem Charakter, der nun „Mundial“ getauft wurde. Eine der emblematischsten Postkarten der Stadt war geboren.</p>



<p>Schon bald wurde er zu einem beliebten Treffpunkt für die Bürger. Während das Erdgeschoss und die Außenterrasse als Café fungierten und von der lokalen Kundschaft frequentiert wurden, hatte das Obergeschoss eine andere, ergänzende Nutzung: die Internationale Buchhandlung, ein Raum, der als Bibliothek, Lesesaal für ausländische Presse und Verkaufsstelle für Bücher in verschiedenen Sprachen diente.</p>



<p>Auf diese Weise wurde der „Mundial“ zu einem regelmäßigen Treffpunkt für die in Palma ansässige ausländische Kolonie und den beginnenden Tourismus, der damals noch spärlich war, aber über eine grosse Kaufkraft und ein hohes kulturelles Niveau verfügte. Es war auch eine Verkaufsstelle für kulturelle Veranstaltungen (Konferenzen, Gedichtvorträge, klassische Musik usw.), initiiert und gefördert von den ausländischen Residenten, die sich dort versammelten.</p>



<p>Dieses Konzept verlieh dem Kiosk eine andere, eine besondere Note, ein polyglottes und internationales Plus, das ihn von den anderen unterschied; so gegensätzliche Persönlichkeiten wie Santiago Rusiñol, Gabriel Alomar oder Gregorio Crespo gingen dort aus und ein und machten den „Mundial“ zu einem grossen Erfolg.</p>



<p>Doch nicht alles war positiv und von Beginn an gab es scharfe Kritik. Es wurde als „weltweit einzigartiger Schandfleck“ bezeichnet, „hässlich und geschmacklos“ (Miquel Ferrà, Alanís) oder als „Widerhaken“ und „visuelle und materielle Verirrung“ (Llorenç Villalonga, Dhey) bezeichnet. Das Problem war jedoch ein internes: die kostspieligen Investitionen brachten nicht die erwarteten Gewinne, und Cortes bat den Stadtrat, die jährlichen Gebühren zu senken, da er sie für überhöht hielt. Diesem Antrag wurde zwar zunächst stattgegeben, später aber wiederholt abgelehnt. Cortes suchte nach anderen Einnahmequellen, und die Außenfassade wurde nach und nach vollständig mit Werbetafeln versehen, wodurch der ursprüngliche ästhetische Wert beeinträchtigt wurde und die Anlage zu einer vulgären und dekadenten Erscheinung verkam. 1932 beantragte der Eigentümer sogar, die äußeren Segeltuch-Markisen durch Faserzement-Platten zu ersetzen (was abgelehnt wurde), was darauf hindeutet, dass der ursprüngliche ästhetische Wert des Mundial bereits an Bedeutung verloren hatte, wenn nicht sogar völlig verloren war.</p>



<p>Im Jahr 1933 gab Bernat Cortés die Konzession aus gesundheitlichen Gründen ab und starb im darauf folgenden Jahr. Die nachfolgenden Besitzer blieben nur wenige Jahre und änderten nichts an der Führung des Kiosks, dessen Aussehen sich nach und nach weiter verschlechterte. Anfang der 1940er Jahre wurde das Obergeschoss als möglicher Friseursalon zur Vermietung ausgeschrieben, und obwohl die Buchhandlung überlebte, verlor sie ihre ursprüngliche Bedeutung und verkaufte schließlich Kunsthandwerk und Raselet-Rasierer. Der Höhepunkt dieser Entwicklung war die Anbringung eines riesigen Schildes auf dem Dach für den Ibiza Ballroom (später Jartan&#8217;s Club), der Ende 1947 in Santa Catalina eröffnet wurde.</p>



<p class="has-medium-font-size">Abriss</p>



<p>Die Degradierung gab den Kritikern insgeheim Recht, die allgemeine Meinung wurde immer negativer. Als Anfang 1949 die 25-jährige Konzession für das „Mundial“ auslief, beschloss die Stadtverwaltung, sie nicht zu verlängern und das Gebäude abzureißen. Offiziell wurde der Abriss mit der neuen Stadtplanung begründet, doch Stimmen wie die des Stadtrats Josep Pons Marqués (Vater des späteren Politikers Félix Pons) fügten „Gründe des guten Geschmacks“ hinzu, um das Gebäude zu entfernen. Am 20. Juni 1949 begann der Abriss und das Gelände wurde in die Jardins de Joan Alcover integriert. Der „Mundial“ hatte genau 25 Jahre existiert.</p>



<p>Sein Abriss war sogar profitabel: 1954 versteigerte die Stadtverwaltung das Abrissmaterial, sodass Teile davon in anderen Teilen der Stadt wiederverwendet wurden. Bald darauf begann die geplante Stadtsanierung. Die Kreuzung der Carrer Conqueridor und der Carrer Antoni Maura wurde verbessert und der Born um einige Meter gekürzt, wodurch die beliebten Löwen an ihren heutigen Standort verlegt wurden und der Kreisverkehr an der Plaça de la Reina entstand.</p>



<p>Im Allgemeinen wurde das Verschwinden des „Mundial“ als eine Verbesserung angesehen: Gabriel Fuster Mayans, Gaﬁm, beschrieb es als „besonders hässliche Imbissbude eines Vorkriegs-Strandbades“, und sei für die, die es besuchten, nur von sentimentalem Wert. Nicht alle stimmten dem zu: Für Miguel Bennazar (Sohn von s&#8217;Arquitecte) stürzte sein Verschwinden „diesen schönen Garten in trostlose Traurigkeit“</p>



<p>Dort wo er stand, erinnert nichts mehr an den „Mundial“. Uns bleiben die Postkarten, auf denen er als einzigartiges Element auftaucht, das die Ansichten der Almudaina, des Lírico, des Seu, des Café Alhambra, des Born, des Kiosks von Bennazar oder der Lleones aufgrund seiner privilegierten Lage untermalt. Auch der Film „El secreto de la pedriza“ (Francesc Aguiló, 1926) zeigt es in einer seiner letzten Szenen. Und es ist wahrscheinlich, dass Autoren wie Georges Bernanos oder Albert Vigoleis Thelen einen Teil ihrer Werke dort geschrieben haben.</p>



<p class="has-medium-font-size">Wiederaufbau&#8230;?</p>



<p>In diesem Jahr (2024, Anmerkung des Übersetzers) wird ein doppeltes Jubiläum begangen: 100 Jahre Bau des „Mundial“ und 75 Jahre seit seinem Abriss. Seine Geschichte ist die Geschichte vieler Elemente des lokalen Kulturerbes, die durch Verfall, Vernachlässigung oder Gewinnsucht entwertet wurden (mehr oder weniger beabsichtigt&#8230;), bis ihr Zustand zu einem Ärgernis wurde und durch den gesellschaftlichen Protest der Abriss zu einer Notwendigkeit wurde, trotz ihres enormen Wertes. In diesem Fall kam noch hinzu, dass er dank seiner Lage, seiner Einzigartigkeit und seiner Attraktivität bei der Bevölkerung sehr beliebt war, was ihn gleichzeitig zu einem einfachen Ziel im Sinne des „Fortschritts“ der Stadt machte. Ein weiterer Fall, und nicht der letzte.</p>



<p>Wir sind jedoch der Meinung, dass der „Mundial“ wieder aufgebaut werden kann. Angesichts seiner Eigenschaften könnte er an anderer Stelle auferstehen &#8211; denn die Jardins de Joan Alcover sind unantastbar &#8211; und er würde sicherlich bald seine Bedeutung als emblematischer Treffpunkt in der Stadt wiedererlangen.<br />Dieser Kiosk, eine Mischung aus Pavillon und Wintergarten, um den herum sich das gesellschaftliche Leben der Stadt abspielte, ist ein Symbol für die Stadt. Das Chiringuito, eine Mischung aus Pavillon und Gewächshaus, um das sich das gesellschaftliche Leben der Stadt drehte, hat genug Persönlichkeit und Charakter, um das schlagende Herz der Stadt zu sein, das es einmal war. Das ist die Idee, die wir haben und die uns bleibt&#8230; und die Hoffnung, dass er eines Tages wieder stehen wird.</p>



<p>Wer weitere Informationen über den Mundial-Kiosk geben möchte, kann schreiben an: <a href="mailto:kioscomundial@gmail.com">kioscomundial@gmail.com</a></p>



<p>Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von FAM Fotos Antiguas de Mallorca. Bitte Copyright beachten.</p>


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<p></p>



<p></p>



<p></p>
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		<title>Drahtseilakt zwischen Römerzeit und Neuzeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Angelika A. Hermichen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Jul 2023 15:43:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[...auf Mallorca]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Spaziergang zu den Veränderungen durch Kunst und Architektur an Palmas Meerseite Die Stadt Palma de Mallorca gehörte bei ihrer Gründung zum Imperium Romanum und lag direkt am Meer. Kein Park, keine Kaimauer, geschweige denn eine Stadtmauer trennte sie von einander. Bislang hatte ein Fischerdorf existiert, vermutlich südlich des Bereichs, der heute C/. Unió und [&#8230;]</p>
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<p><strong> <style type="text/css">h4 { margin-top: 0.21cm; margin-bottom: 0.21cm; background: transparent; page-break-after: avoid }h4.western { font-family: "Liberation Sans", sans-serif; font-size: 13pt; font-style: italic; font-weight: bold }h4.cjk { font-family: "Noto Sans CJK SC"; font-size: 13pt; font-style: italic; font-weight: bold }h4.ctl { font-family: "Lohit Devanagari"; font-size: 13pt; font-style: italic; font-weight: bold }p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent }a:link { color: #000080; text-decoration: underline } Drahtseilakt zwischen Römerzeit und Neuzeit&amp;amp;amp;amp;amp;lt;font face="Ubuntu">&amp;amp;amp;amp;amp;lt;font style="font-size: 12pt" size="3">Ein Spaziergang zu den Veränderungen an Palmas Meerseite &amp;amp;amp;amp;amp;lt;/font>&amp;amp;amp;amp;amp;lt;/font> &amp;amp;amp;amp;amp;lt;font face="Ubuntu">&amp;amp;amp;amp;amp;lt;font style="font-size: 12pt" size="3">(Teil 1)&amp;amp;amp;amp;amp;lt;/font>&amp;amp;amp;amp;amp;lt;/font> &amp;amp;amp;amp;amp;lt;font face="Ubuntu">&amp;amp;amp;amp;amp;lt;font style="font-size: 11pt" size="2">Die Stadt Palma de Mallorca gehörte bei ihrer Gründung zum Imperium Romanum und lag direkt am Meer; kein Park, keine Kaimauer trennte sie von einander. &amp;amp;amp;amp;amp;lt;/font>&amp;amp;amp;amp;amp;lt;/font> &amp;amp;amp;amp;amp;lt;font face="Ubuntu">&amp;amp;amp;amp;amp;lt;font style="font-size: 11pt" size="2">Bis dahin hatte ein Fischerdorf existiert, vermutlich südlich des Bereichs, der heute C/. Unió und Plaza Mercat umfasst und östlich des heutigen Paseo del Borne. Im Westen des Dorfes existierte  ein natürlicher, direkter Zugang zum Meer, ein „torrente“. Diese zeitweilig trockenfallenden Wasserläufe schützten – und tun dies auch heute noch zuverlässig - Stadt und Land vor den Wassermassen, die von den Hängen der Tramuntana einen Weg ins Meer suchen.&amp;amp;amp;amp;amp;lt;/font>&amp;amp;amp;amp;amp;lt;/font> &amp;amp;amp;amp;amp;lt;font face="Ubuntu">&amp;amp;amp;amp;amp;lt;font style="font-size: 11pt" size="2">Lange nach dem Bau der grossräumigen, klassischen Stadtbefestigung von 1574,  wurde er 1613 vor allem aus hygienischen Gründen vor die westliche Stadtmauer verlegt. Südlich der Stadt existierte als einziger Schutz zum Meer hin ein erheblicher Niveau-Unterschied, der heute ablesbar ist durch die Lage von Kathedrale und Hafen. Ca. 1800 wurde auch dieser Bereich mit einer Bastion gesichert, sodass das gesamte Stadtgbiet bis 1873 vollständig befestigt war.&amp;amp;amp;amp;amp;lt;/font>&amp;amp;amp;amp;amp;lt;/f</style>Ein Spaziergang zu den Veränderungen durch Kunst und Architektur an Palmas Meerseite</strong></p>



<p>Die Stadt Palma de Mallorca gehörte bei ihrer Gründung zum Imperium Romanum und lag direkt am Meer. Kein Park, keine Kaimauer, geschweige denn eine Stadtmauer trennte sie von einander.</p>



<p>Bislang hatte ein Fischerdorf existiert, vermutlich südlich des Bereichs, der heute C/. Unió und Plaça Mercat umfasst und östlich des heutigen Paseo del Borne. Dieser war ein „torrente“, ein direkter Zugang zum Meer,  der später im Bereich Borne &#8211; C/. Unió – Rambla als Kanal ausgebildet war. 1613, lange nach dem Bau der grossräumigen Stadtbefestigung von 1574, leitete man ihn in den Bereich vor die westliche Stadtmauer um. Dies vor allem aus hygienischen Gründen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Der Torrente in der Stadt</h4>



<p>An Palmas Meerseite bestand als einziger Schutz ein erheblicher Niveau-Unterschied, der heute ablesbar ist durch die Lage von Kathedrale und Hafen. Ca. 1800 wurde auch dieser Bereich mit einer Bastion gesichert, sodass das gesamte Stadtgebiet bis 1873 vollständig befestigt war.</p>



<p></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="920" height="570" src="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/1-Antoni-Maura-1899.jpg" alt="" class="wp-image-2393" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/1-Antoni-Maura-1899.jpg 920w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/1-Antoni-Maura-1899-480x297.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 920px, 100vw" /><figcaption class="wp-element-caption">Stadtbefestigung südöstlicher Bereich 1899, heute Antoni Maura/Paseo Marítimo. Mit freundlicher Genehmigung von <a href="https://www.facebook.com/fotosantiguasdemallorca">FAM Fotos Antiguas de Mallorca</a></figcaption></figure>



<p>Beginnen wir unseren Spaziergang zu den Veränderungen an Palmas Meerseite am westlichen Ende, dort wo die Av. Antoni Maura auf den Paseo Maritimo trifft. Stellen wir uns vor: um das Jahr 1000 steuert aus Richtung Süden ein Schiff die ursprünglich römische „Medina Mayurka“ an. Seit der Eroberung 903 gehört sie zum Califat Cordoba und wird als arabisch geprägte Stadt weiter ausgebaut.</p>



<h4 class="wp-block-heading">La Almudaina</h4>



<p>Die Begrüssung war schon damals sicher eindrucksvoll. Eine Steilküste, gekrönt vom maurischen Palast der Almudaina, dem „alcazar“, der auch heute noch als Amtsitz des Königs auf der Insel fungiert. Östlich schloss sich die Moschee an, an deren Stelle nach der Wiedereroberung die Kathedrale errichtet wurde.</p>



<p>Umringt war das alles vom kleinteiligen Strassengefüge, das seinen römischen Ursprung nicht verleugnen konnte, jedoch noch heute deutliche Spuren arabischer Stadtgestaltung aufweist.</p>



<p>Hier,  an der Stelle, an der wir stehen, südlich des S’Hort del Rei, befand sich die Mündung des „torrente“. Also eines zeitweilig trockenfallenden Wasserlaufs, der das Wasser aus der Tramuntana ins Meer abführte und seeseitig als natürlicher Zugang zur Stadt diente. Dieser strategisch wichtige Platz unterhalb der Almudaina war bereits teilweise befestigt und hier im Bereich westlich des Palastes als Hafen ausgebaut worden.  Der lange Transportweg von der Bucht des Porto Pi weiter im Westen konnte dementsprechend vermieden werden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Sa Drassana</h4>



<p>Wir gehen also auf den S’Hort del Rei zu, biegen vor dem Garten dann nach rechts ab und unterqueren die gewaltigen Bögen der im 17. Jahrhundert gebauten Stadtbefestigung. Oder gehen ein paar Schritte weiter und benutzen aus dem vorderen Teil des S’Hort del Rei rechts die Nebentreppe, die uns auf die Mauer führt. Von hier oben aus haben wir einen guten Blick auf diesen Teil des arabischen Stadtpalastes. Vor uns bzw. unter uns liegt das Becken des alten Stadthafens, in dem die mit kostbaren Waren beladenen Schiffe gut bewacht ihre Fracht löschen konnten. Ein gewaltiger Bogen, der aus arabischer Zeit stammende Arc de sa Drassana, erinnert daran.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/2-Arco-drassana-kl-1024x682.jpg" alt="Ehemaliger erster Hafen an der Almudaina, von einem Grossen Bogen überspannt." class="wp-image-2397" style="width:825px;height:550px" width="825" height="550"/></figure>



<p>Auch über die sehr viel später angelegte doppelläufige Treppe &#8211; nahe dem grossen flachen Wasserbecken mit der Fontäne &#8211; erreichen wir die Krone des zeitlich letzten Bau-Abschnitts der Murallas, deren Bau erst 1873 abgeschlossen war. Von hier aus bekommen wir einen Überblick über den neuen Hafen, die Kathedrale mit den anschliessenden Gebäuden und das Stadtviertel Sa Calatrava.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Richtung Osten</h4>



<p>Mit dem Bau der Kathedrale La Seu wurde im 13. Jhdt. begonnen, nachdem die Moschee von den Eroberern unter Jaume I umgehend zur christlichen Kirche umgewidmet worden war. Einflussnahme über die Religion war auch damals ein probates Mittel der Macht.</p>



<p>Einige der Stadtpaläste, die an die Murallas angrenzen, wie der Bischofspalast östlich der Kathedrale, wurden bereits in dieser Zeit begonnen. Andere begüterte Mallorquiner nutzten die Gelegenheit zur Zeit des Baus der Stadtbefestigung Ende des 17. Jhdt., günstig an Material und Baumeister zu kommen. Ca la Torre, in dem sich heute die Architektenkammer von Mallorca befindet, ist ein Beispiel dafür. Der Architekt war in den Bau der Murallas, der Stadtmauer, einbezogen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"> &#8230;in Ses Voltes</h4>



<p>Wir spazieren zunächst Richtung Osten, das Meer zu unserer Rechten, über den modernen asymmetrischen Belag des Bollwerks mit seinen kleinen Wachtürmen und Schiessscharten und die 1. Rampe hinunter in das Innere des Baluarte, des Bollwerks, zum tiefer liegenden Platz Ses Voltes. Dieser Bereich war historisch militärisches Gebiet und bis 1983 besetzt von Magazinen und Werkstätten.</p>



<p>Heute ein meist stiller Ort, lockt er zeitweilig ganz und gar nicht still die Palmesaner der umliegenden Viertel La Seo, Montesión und Sa Calatrava zu unterhaltsamen Aktivitäten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="857" src="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/3-Ses-Voltes-1024x857.jpg" alt="" class="wp-image-2398" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/3-Ses-Voltes-980x820.jpg 980w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/3-Ses-Voltes-480x402.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /><figcaption class="wp-element-caption">Escenario Ses Voltes vor dem Bischofspalast, im Hintergrund Ca la Torre</figcaption></figure>



<p>In den umliegenden Kasematten, nun mit gut gestalteten Türen ausgerüstet, befindet sich das <a href="https://museumaritim.conselldemallorca.cat/es/inicio/-/asset_publisher/P0rcdAHaBz59/content/consorcio-museu-maritim-de-mallorca/774813?_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_P0rcdAHaBz59_assetEntryId=922976&amp;_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_P0rcdAHaBz59_redirect=https%3A%2F%2Fmuseumaritim.conselldemallorca.cat%2Fes%2Finicio%3Fp_p_id%3Dcom_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_P0rcdAHaBz59%26p_p_lifecycle%3D0%26p_p_state%3Dnormal%26p_p_mode%3Dview%26_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_P0rcdAHaBz59_assetEntryId%3D922976%26_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_P0rcdAHaBz59_cur%3D0%26p_r_p_resetCur%3Dfalse%23p_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_P0rcdAHaBz59#p_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_P0rcdAHaBz59">Schiffahrtsmuseum</a>, das über Herstellung und Verwendung der Llaut, des für Mallorca so typischen Fischerbootes erzählt. In der Nachbarschaft sind  weitere Ausstellungsräume, eine Bar und die entsprechenden Nebenräume untergebracht, die für vielfältige Freizeitnutzungen notwendig sind.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Uuuund: Action!</h4>



<p>Eine Plattform und asymmetrisch angeordnete Bänke formen ein „escenario“, das für Konzerte, Filmvorführungen und Theater benutzt wird. Seitlich gibt es in den Boden eingearbeitete halbmondförmige Vertiefungen, damit auch kleinere Kinder beim Zuschauen dort sitzen und ihre Füsse bequem unterbringen können.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/4-Ses-Voltes-toldo.jpg" alt="Ses Voltes, vertieft liegender Platz, der für Veranstaltungen genutzt wird. Über dem &quot;Escenario&quot; ein an Drahtseilen verspannter blau-gelber Sonnenschutz." class="wp-image-2399" style="width:395px;height:527px" width="395" height="527"/></figure>



<p>Darüber spannte sich, an Drahtseilen aufgehängt, ein leichter Sonnenschutz, der auch der Verbesserung der Akustik diente. Ein Segel aus rhombischen Elementen in den Farben der Mallorquinischen Handelsmarine Blau und Gelb, das durch einen Sturm 2016 in Fetzen flog. In jüngster Zeit diskutiert man eine Wiederherstellung der Überdachung und Renovierung der gesamten Anlage. Die veranschlagten Kosten von heute ca. 1,2 Mio. € könnten aus den Einnahmen der „Ecotasa“, der sogenannten „Touristensteuer“ finanziert werden; bislang hat sich dafür noch keine Mehrheit im Inselrat gefunden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Brunnen auf der Mauer?</h4>



<p>Über eine weitere Rampe im Osten des Platzes gelangen wir zurück auf die Mauerkrone und stolpern fast über ein merkwürdiges steinernes Element, das in schrägem Winkel aus dem Boden ragt.</p>



<p> </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="679" src="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/5-Birrete-kl-1024x679.jpg" alt="Brunnenförmiges Bauelement vor dem Bischofspalast, im Hintergrunddie Kathedrale und die Almudaina" class="wp-image-2402" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/5-Birrete-kl-980x650.jpg 980w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/5-Birrete-kl-480x318.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /><figcaption class="wp-element-caption">Birett, Brunnen&#8230; oder&#8230;.?</figcaption></figure>



<p>Die Form erinnert an die in Spanien übliche Form des Biretts. Auch an antike Bauelemente, einem Brunnen nicht unähnlich. Jedem Touristen stehen förmlich die Fragezeichen auf der Stirn… Wir stehen vor dem ersten Element, das das Architekten-Duo Elias Torres/José Antonio Martínez Lapeña aus Barcelona in seinen Entwurf zum Wettbewerb von 1983 für die Umgestaltung des Paseo de Dalt Murada eingebracht hat.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Spannende Fragmentierung</h4>



<p>Gefragt war eine Renovierung und Modernisierung des gesamten Abschnittes der südlichen, meerseitigen Stadtbefestigung vom S’hort del Rei bis zum letzten Bollwerk Baluard des Princeps im Osten der Altstadt (Avenidas). Vorgeschlagen haben sie eine fragmentarische Lösung, die auf die Historie dieses Ortes ebenso Rücksicht nimmt wie auf den endgültigen Nutzen.</p>



<p>Die Umgestaltung ist bis zum heutigen Tag, Mitte Juli 2023, noch nicht vollständig abgeschlossen, wie wir später noch sehen werden.</p>



<p>Wir nehmen unseren Weg wiederum östlich über eine weitere Rampe an der Ca la Torre vorbei hinunter zur Plaça de la Portella. Die südliche Mauer von Ca la Torre fällt dabei durch ihre moderne Gestaltung der Lichtöffnungen im Untergeschoss auf. Dahinter befindet sich der durch Kreuzgewölbe überspannte Vortragssaal der <a href="http://www.coaib.org/es/cultura/area-de-cultura/exposiciones/archivo-exposiciones-en-mallorca.aspx">Architektenkammer</a>, die erst in den 1980er Jahren nach einer aufwendigen Renovierung hier einzog.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/6-Ca-La-Torre-kl-1-1024x737.jpg" alt="Ca a Torre, Sitz der Architektenkammer der Balearen" class="wp-image-2453" style="width:823px;height:592px" width="823" height="592"/><figcaption class="wp-element-caption">Ca la Torre </figcaption></figure>



<p> <style type="text/css">p { line-height: 115%; margin-bottom: 0.25cm; background: transparent }a:link { color: #000080; text-decoration: underline } <font face="Ubuntu"></font><font style="font-size: 11pt" size="2">Der Stadtpalast datiert aus dem Ende des 17. Jhdt. Das oberste Geschoss war bis zur Renovierung, wie in solchen Gebäuden üblich, eine offene, frei durchlüftete Halle (porche). Sie diente für Lagerung von Getreide und anderen Feldfrüchten, die aus den Landgütern des Besitzers ausserhalb der Stadt angeliefert wurden. </font> <font face="Ubuntu"></font><font style="font-size: 11pt" size="2">Auf dem Platz nach links abbiegend gelangen wir in die Gasse C/. de la Portella, und betreten sofort linker Hand durch ein grosses Tor den Hof des Ca la Torre. </font> </style></p>



<p>Der Stadtpalast datiert aus dem Ende des 17. Jhdt. Das oberste Geschoss war bis zur Renovierung, wie in solchen Gebäuden üblich, eine offene, frei durchlüftete Halle (porche). Sie diente für Lagerung von Getreide und anderen Feldfrüchten, die aus den Landgütern des Besitzers ausserhalb der Stadt angeliefert wurden.</p>



<p>Auf dem Platz nach links abbiegend gelangen wir in die Gasse C/. de la Portella, und betreten sofort linker Hand durch ein grosses Tor den Hof des Ca la Torre.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ungewöhnliche Anlage</h4>



<p>Bemerkenswert ist die Art dieser Anlage. Ganz entgegen der üblichen Bauweise finden wir hier einen äusseren Hof, Teile der Stadtmauern bilden seine Begrenzung. Die geschwungene Treppe führt direkt aus dem Porche in das Planta Noble mit seinen sich aneinanderreihenden Sälen „enfilade“ mit hohen Fenstertüren. Zum täglichen Gebrauch dient der kleine Eingang links, hinter dem sich der Empfang und die Büros der Kammer befinden.</p>



<p>An Werktagen kann man die gelegentlichen Ausstellungen und die öffentlich zugängliche <a href="http://www.coaib.org/es/cultura/biblioteca/informacion.aspx" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bibliothek</a> im 1. Obergeschoss besuchen (9 bis 15 Uhr, geschlossen 1. Hälfte August).</p>



<h4 class="wp-block-heading">Versteckte Handelswege</h4>



<p>Zurück auf der Plaza de la Portella verlockt ein von einem Bogen gekröntes Tor, uns hinaus in den Parc de la Mar zu begeben. Achten Sie hier auf den Wechsel der Bodenbeläge auf Platz und Strassen und die Durchfahrtsperre in Form einer Chumbo-Feige!</p>



<p>Draussen, unter den hohen Palmen, die den alten Belag aus grobem Marés unterbrechen, wenden wir uns nach rechts, wo wir bald ein weiteres Tor in der Mauer entdecken.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="843" src="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/7-Tunneleing-kl-1-1024x843.jpg" alt="alter Tunnel rechts, durch Marésblöcke verschlossen, links neuer Tunnel" class="wp-image-2457" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/7-Tunneleing-kl-1-1024x843.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/7-Tunneleing-kl-1-980x807.jpg 980w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/7-Tunneleing-kl-1-480x395.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></figure>



<p>Anders als bei anderen Stadttoren weist dieses durch ein Tympanon mit Wappenfeld auf eine besondere Bedeutung hin. Hier befindet sich der Ausgang eines Eisenbahntunnels (rechts, heute durch Marés-“Gewebe“ verschlossen), der an der Plaza España, also in der Nähe des Bahnhofs begann. Waren, die dort ankamen, konnten auf diese Weise sofort weiter bis zum Hafen transportiert werden und umgekehrt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/8-trensubterrani-1.jpeg" alt="Arbeiter mit Transportzug vor Tunneleinfahrt, ca 1920, im Hintergrund Ca la Torre" class="wp-image-2458" style="width:820px;height:461px" width="820" height="461" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/8-trensubterrani-1.jpeg 820w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/8-trensubterrani-1-480x270.jpeg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 820px, 100vw" /><figcaption class="wp-element-caption">Tunneleinfahrt ca. 1920.  Mit freundlicher Genehmigung von <a href="https://www.facebook.com/fotosantiguasdemallorca">FAM Fotos Antiguas de Mallorca</a></figcaption></figure>



<p>Wiederentdeckt wurde dieser Tunnel beim Bau des Parkhauses unter der Plaça Mayor. Er wurde <a href="https://www.mallorcazeitung.es/boulevard/stories/2023/07/29/luftschutzbunker-palma-de-mallorca-buergerkrieg-90372468.html">während des Bürgerkrieges auch als Bunker genutzt</a> und erhielt weitere, labyrinthartige Zugänge aus dem Altstadtbereich zwischen C/. San Miguel und C/. Sindicato.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gleisspuren</h4>



<p> Teile der alten, weiterführenden Gleise ausserhalb der Stadtmauer sind noch im Bereich des Moll de la Riba im heutigen Fischereihafens zu sehen.</p>



<p>Schauen wir der Länge nach durch den neuen Tunnel links, stellen wir seine barocke Form fest. Ein weiteres neues Element, das Elias Torres hier eingefügt hat und das den Tunnel optisch verkürzt. In der Mitte gelangen wir dann zur Auflösung des Rätsels um den auf der Mauerkrone entdeckten „Brunneschacht“: eine Lichtöffnung in der Mitte in Form eines bischöflichen Birrets. Das Hinaufschauen lohnt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="721" src="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/9-Restetreppe-kl-1-1024x721.jpg" alt="Treppe vom Tunnel bei Ses Voltes zur Mauerkrone. Resteverwertung von übrigem Material" class="wp-image-2460" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/9-Restetreppe-kl-1-1024x721.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/9-Restetreppe-kl-1-980x690.jpg 980w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/9-Restetreppe-kl-1-480x338.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /><figcaption class="wp-element-caption">Restetreppe</figcaption></figure>



<p>Am Ende des Tunnels haben wir somit einen weiteren Zugang zu Ses Voltes vom Parc de la Mar aus gefunden. Und können nun rechts über eine Treppe aus altem Sandstein und Beton wieder die Promenade der Murallas erreichen. Sie besteht aus Abbruch-Material, das bei den Bauarbeiten anfiel, aber nicht zuzuordnen war.</p>



<p>Gehen Sie auf Entdeckungsreise, viele Elemente kommen Ihnen sicher bekannt vor.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Im Steinernen Meer</h4>



<p>Wir setzen unseren Spaziergang zu den Veränderungen an Palmas Meerseite Richtung Osten fort. Es geht zunächst am Stadtteil Sa Calatrava vorbei und über die schattige Plaça de Llorenç Villalonga, deren schlichte Randbebauung einen schönen Rahmen für diesen Stadtraum liefert. Hin und wieder fallen uns darüber hinaus Reste der alten Architekturen auf, die geschickt in die jetzt renovierten Gebäude integriert sind. Bis ans Ende der Strasse begegnen uns nun auch neue, einzelne Sitzelemente aus Marés in moderner Form und Anordnung.</p>



<p>Denn hier beginnt ein ganz anderes Szenario. </p>



<p>Innerhalb der alten Mauern des Baluart des Princeps hat das Büro Elias Torres das riesige, bis dahin ungenutzte Areal im zweiten Bauabschnitt in ein „Meer aus Sandstein“ verwandelt. Treppen und Rampen formen mit ihren stürzenden Linien, mit Umgängen und Durchbrüchen ein lebendiges Verwirr-Spiel. Sie nehmen so das konstruktive Thema des Verteidigungswalls auf, scheinen sich wellenartig zu bewegen und bilden vielfältige Zugänge zu den offenen Plattformen darüber. Gut überschaubar ist der gesamte Bereich allerdings von einem erhöhten Platz aus, z.B. der Dachterrasse eines Hotels in der Nähe.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2023/07/10-mardemares-kl-1-1024x570.jpg" alt="Rampen, Mauern, Treppen, Plätze in stürzenden Linien im Mar de Marés" class="wp-image-2462" style="width:823px;height:458px" width="823" height="458"/><figcaption class="wp-element-caption">Rampen, Mauern  und Plätze des &#8220;Mar de Marés&#8221;</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Und die Zukunft&#8230;?</h2>



<p>Ganz sind die Bauarbeiten (Stand Juli 2023) noch nicht abgeschlossen. Dort, wo vor dem kleinen Park der Plaça de la Porta del Camp bis zum Abriss Anfang des XXI. Jhdts. ein gewaltiger Block von Wohnungen für Militärangehörige stand, fehlt noch die Fertigstellung der Zugänge. Ebenso des Service-Bereichs und des tieferliegenden Abschnitts an den Avenidas.  Nach der Insolvenz der Baufirma und den erheblich gestiegenen Kosten (Stand Sommer 2023) ist die Zukunft noch unklar. Die äusserste südöstliche Ecke des ehemaligen Bollwerks wird aber bereits für Veranstaltungen genutzt. Besonders am Abend sind die gut beleuchteten freien Flächen, mit steinernen Bänken möbiliert, ein beliebtes sommerliches Ziel der Anwohner.</p>



<p>Am Ende unseres Spaziergangs zu den Veränderungen durch Kunst und Architektur an Palmas Meerseite angekommen, können wir uns nun entscheiden. Wollen wir den Rückweg aussen herum durch den Parc de la Mar nehmen &#8211; wo uns Stadtkunst des 20.Jhdts. begegnet oder wir vielleicht von einer Freiluft-Akrobatik-Klasse überrascht werden? Oder innen durch das stille Sa Calatrava? Hier fallen uns dann sicher noch einige interessante Bauwerke, alte und neue, ins Auge.</p>



<p>Aber das ist ein anderes Kapitel…</p>



<p></p>



<p>Alle Fotos, sofern nicht anders vermerkt, ©Angelika Hermichen</p>


<a class="wp-block-read-more" href="https://ahabaustift.com/drahtseilakt-zwischen-roemerzeit-und-neuzeit/" target="_self">Fotos antiguas de Mallorca:  https://www.facebook.com/fotosantiguasdemallorca/<span class="screen-reader-text">: Drahtseilakt zwischen Römerzeit und Neuzeit</span></a>

<a class="wp-block-read-more" href="https://ahabaustift.com/drahtseilakt-zwischen-roemerzeit-und-neuzeit/" target="_self">Der Mallorquinische Stil:  https://ahabaustift.com/denkt-ueber-den-mallorquinischen-stil/<span class="screen-reader-text">: Drahtseilakt zwischen Römerzeit und Neuzeit</span></a>


<p>Wer bin ich?: <a href="https://ahabaustift.com/als-architektin-auf-mallorca/">https://ahabaustift.com/als-architektin-auf-mallorca/</a></p>
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		<title>Eine deutsche Architektin in Spanien</title>
		<link>https://ahabaustift.com/eine-deutsche-architektin-in-spanien/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Angelika A. Hermichen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 May 2019 19:57:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[...auf Mallorca]]></category>
		<category><![CDATA[...baut]]></category>
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		<category><![CDATA[Architekt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Ganz schön mutig!“, das waren viele Kommentare in meinem Bekanntenkreis nicht nur zu meinem späteren Werdegang als deutsche Architektin in Spanien, sondern bereits als ich mitteilte, dass ich im fortgeschrittenen Alter während meiner Berufstätigkeit als Designerin noch einmal anfangen würde mit einem Studium. Architektur. Mir selbst war auch nicht so ganz klar, wie sich das [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ahabaustift.com/eine-deutsche-architektin-in-spanien/">Eine deutsche Architektin in Spanien</a> erschien zuerst auf <a href="https://ahabaustift.com">aha ... ein baustift</a>.</p>
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<p>„Ganz schön mutig!“, das waren viele Kommentare in meinem Bekanntenkreis nicht nur zu meinem späteren Werdegang als deutsche Architektin in Spanien, sondern bereits als ich mitteilte, dass ich im fortgeschrittenen Alter während meiner Berufstätigkeit als Designerin noch einmal anfangen würde mit einem Studium. Architektur. Mir selbst war auch nicht so ganz klar, wie sich das auf die Dauer gestalteten würde. Meine Kommilitonen und Kommilitoninnen hätten ja allesamt meine Kinder sein können. „Je öller, je döller.“ warf mir dann auch eine 20jährige hin, als ich ihr Pool-Liegen-Handtuch-Reservierungsgehabe für sie selbst und ihre drei Kolleginnen im Hörsaal ignorierte und mich mit der Nonchalance der älteren Brillenträgerin zur rechten Zeit in passender Distanz zum Dozentenpult niederliess.  </p>



<p>Recht hatte sie!
Aber nein, nicht tollkühn und mutig fand ich das. Jedoch ein
Studium, das mir auf dem Silbertablett serviert worden war, einfach
so abzulehnen, das hätte ich mutig gefunden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Zementfliese-alt-b-1010x1024.jpg" alt="alte Zementfliese" class="wp-image-1210" width="188" height="191" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Zementfliese-alt-b-1010x1024.jpg 1010w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Zementfliese-alt-b-296x300.jpg 296w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Zementfliese-alt-b-768x779.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Zementfliese-alt-b-520x527.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Zementfliese-alt-b-740x750.jpg 740w" sizes="(max-width: 188px) 100vw, 188px" /><figcaption>alte Zementfliese, Dorfhaus Felanitx</figcaption></figure></div>



<h2 class="wp-block-heading">Ganz schön mutig&#8230;</h2>



<p>„Ganz schön mutig!“ kam die Ansage aus dem Freundeskreis, als ich mit dem mir liebsten Menschen aufbrach in eine neue Heimat auf einem Eiland mitten im Meer. In Spanien. Mallorca, Hauptinsel der Balearen. Nicht mutig, sondern vertrauensvoll war ich. </p>



<p>Als deutsche Architektin in Spanien, in einem traditionellen Männerberuf &#8211; sicher war das nicht einfach zu handhaben. „Macholand“ aus Tradition, ein Klischee, dessen man sich in Mitteleuropa gerne bedient.  </p>



<p>„Ganz schön mutig!“ klang nicht mehr an, als ich nach einigen Jahren Arbeit in einem mallorquinischen Architekturbüro feststellte, dass ich dort keine Zukunft (mehr) hatte und notgedrungen beschloss, mich selbständig zu machen. Obwohl ich selbst das tatsächlich mutig fand.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><em>forasteros</em> und <em>extranjeros</em></h2>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Treppe-neu-644x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1231" width="229" height="364" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Treppe-neu-644x1024.jpg 644w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Treppe-neu-189x300.jpg 189w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Treppe-neu-768x1221.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Treppe-neu-520x827.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Treppe-neu-740x1176.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Treppe-neu.jpg 1913w" sizes="(max-width: 229px) 100vw, 229px" /><figcaption>Treppe in Dorfhaus in Felanitx</figcaption></figure></div>



<p>Eine Insellage fördert im allgemeinen die Abgrenzung nach außen, festigt althergebrachte Verhaltensweisen und Rituale und macht nicht unbedingt aufgeschlossen für Zuwanderer. Zumal die Inseln im Mittelmeer, vor allem die, die Jahrhunderte lang von strategischem Interesse gewesen waren, immer wieder Invasion und Besatzung erlebt und sich daher durch Abschottung zu schützen gelernt hatten. </p>



<p>„Schauen wir erst einmal, was uns die Neulinge zu bieten haben, dann sehen wir weiter.“ Eine verbreitete Verhaltensweise. Die auch heute noch spürbar ist den <em>forasteros</em> und <em>extranjeros</em> gegenüber, den so fremden Festlandspaniern und den Ausländern.</p>



<p>Mein erster Kunde beauftragte mich, weil er eine umfassende Baubetreuung für seinen von mir entworfenen Neubau brauchte. Er lebte in Deutschland und konnte nicht viel vor Ort sein. Da war meine Beratung als deutsche Architektin in Spanien willkommen, die zudem Hilfestellung leisten konnte in den örtlichen Ämtern und Behörden. Aufklärung über „was geht“ und „was geht nicht“ lag an. Und das nicht nur was Planung, Baudetails und Materialien betraf, sondern auch sinnvolle Vorgehensweise im Umgang mit Technikern und Dienstleistern, Beamten, Nachbarn. Basic now-how in allen anfallenden Situationen, denen sich nicht ansässige Bauherren plötzlich ausgesetzt sehen. Ein paar, wenn auch längere Ferienaufenthalte können den entscheidenden Einblick in Leben und Arbeiten nicht liefern, sei das anfängliche Bemühen um Verständnis auch noch so groß.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der spanische Mann</h2>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/hahn-pixabay-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-1215" width="217" height="144" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/hahn-pixabay-1024x683.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/hahn-pixabay-300x200.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/hahn-pixabay-768x512.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/hahn-pixabay-390x260.jpg 390w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/hahn-pixabay-520x347.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/hahn-pixabay-740x493.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/hahn-pixabay.jpg 1920w" sizes="(max-width: 217px) 100vw, 217px" /><figcaption>foto: pixabay</figcaption></figure></div>



<p>Und ich traf auf einen Bauunternehmer, der nicht Mallorquiner war, sondern Festlandspanier, was, wie ich zunächst annahm, den Härtetest für eine Architektin bedeuten konnte. Erst später lernte ich, dass dies im Hahnenkampf-Ritual praktisch keinen Unterschied macht. Mallorca oder Festland, der spanische Mann ist die Krone der Schöpfung, wie ihm das noch bis in die 90er Jahre von der Mutter über der Wiege eingeflüstert wurde. </p>



<p>Daran ist nicht zu rütteln. Also benimmt er sich entsprechend seines Auftrags, streckt den Rücken wie schon alle männlichen Mitglieder der Gesellschaft vor ihm und vergewissert sich noch kurz des Vorhandenseins seiner edelsten Teile, ehe er sich hinaus in den alltäglichen Kampf um Ruhm und Ehre stürzt, derweil seine Angetraute sich nach außen hin charmant hinter ihrem Fächer versteckt….  mit dem sie zuhause jedoch energisch auf den Tisch klopft und das Familienleben damit wieder zur normalen (weiblichen) Familien-Ordnung zurückbefördert.  </p>



<h2 class="wp-block-heading">Baurituale</h2>



<p>So stand ich eines Tages auf dem Hügel hinter Manacor mit Blick über die Ebene mit ihren alten Steinhäusern und von niedrigen Trockenmauern umgrenzten Feldern bis zum tiefblauen Meer. Der Bauunternehmer freundlich bestimmt, die Bauarbeiter abwartend gelassen. Ich selbst angespannt erwartungsvoll. Im Rücken den begonnenen Rohbau des Hauses und zwei frühstückende Bauarbeiter. Eine heilige Handlung, die es galt zu respektieren und damit dauerhaft die Basis für ein gutes Arbeitsklima zu schaffen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/arco-ventana-original-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1217" width="314" height="419" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/arco-ventana-original.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/arco-ventana-original-225x300.jpg 225w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/arco-ventana-original-520x693.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/arco-ventana-original-740x987.jpg 740w" sizes="(max-width: 314px) 100vw, 314px" /></figure></div>



<p>Schon beim einige Jahre zuvor abgeschlossenen Umbau meines eigenen, 200 Jahre alten Dorfhauses hatte ich mir angewöhnt, den Baurundgang zunächst mit Fragen zu beginnen. „Warum?“, „wie?“, „was?“, „womit?“ führten immer schnell zum Kernpunkt. „Warum ist diese Türöffnung nicht so breit wie im Plan eingezeichnet?“ lässt Spielraum für phantasievolle Begründungen der Arbeiter. Ein kurzer, freundlicher Satz ohne weiteren Kommentar, dann kann man zur plangerechten Regulierung schreiten.  </p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum? Wie? Womit?</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Eine deutsche Architektin in Spanien &#8211; Lernphase</h3>



<p>Ein „Warum macht ihr das so?“ bot allerdings Einstieg in althergebrachte mallorquinische Bautechnik. In anderen Fällen in einen Exkurs in deutsche Baudetails. Denn vor allem schien mir wichtig, nicht den deutschen Besserwisser herauszukehren, sondern echtes Engagement der oft nur angelernten Bauarbeiter zu provozieren. Der Beruf des Maurers war bislang kein Lehrberuf in Spanien, learning by doing, <em>aprender por experiencia</em> war die Devise. </p>



<p>So verbrachte ich viel Zeit damit, den Arbeitern vor Ort Details z.B. in der Ausführung von Abdichtungen zu zeigen. Um die Motivation zu stärken und mir als deutsche Architektin in Spanien im günstigsten Fall eine „eigene“ Mannschaft heranzuziehen, lieferte ich die Begründung dazu und vergewisserte mich, dass sie verstanden hatten, worum es ging. Ich dagegen lernte von ihnen den Umgang mit Marès, dem hiesigen Sandstein, mit Kalkputz und <em>traspol</em>, dem einfachen, von Hand geglätteten Zementboden, wie er seit Generationen in den alten Häusern verlegt wird. </p>



<p>Wir lernten von einander, aufmerksam, respektvoll.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/traspol-1-1-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-1218" width="357" height="268" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/traspol-1-1.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/traspol-1-1-300x225.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/traspol-1-1-768x576.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/traspol-1-1-520x390.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/traspol-1-1-740x555.jpg 740w" sizes="(max-width: 357px) 100vw, 357px" /></figure></div>



<p>Ich hatte vor Baubeginn damit gerechnet, dass es vom einen oder anderen Mitarbeiter Vorbehalte und Zögern geben würde und den Bauunternehmer dazu befragt. „Gibt es viele weibliche Architekten auf dem Bau auf Mallorca, daß sie da so problemlos darauf einsteigen?“ „Ach nein,“ meinte er, „das ist es nicht allein. Sie sind es einfach von Zuhause gewohnt, daß die Mutter und später die Ehefrau das Sagen hat.“ Eine Diskrepanz zwischen traditioneller Erziehung also, die sich im öffentlichen Leben manifestiert und maskulin gestrickt ist und privatem Familienleben, in der ganz andere Regeln herrschen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umstrukturierung</h2>



<p>Tatsächlich hat sich seit den 90er Jahren nicht nur auf den Baustellen und in der Architektur in Spanien viel verändert. Mittlerweile gibt es viele Frauen, die das Erbe der Familie verwalten. Die von den vermögenden Vätern ohne Zögern als Vorstand ihrer Firmen eingesetzt und in Aufsichtsräte berufen wurden. Eine Reihe hochrangiger, einflussreicher Posten spanischer Firmen sind derzeit weiblich besetzt, so viele wie sonst selten in Europa.</p>



<p>Das stärkt das
Selbstbewusstsein der Frauen auch auf der Insel. 
</p>



<p>Jahrhunderte lang waren die Frauen der Insel auf sich allein gestellt während die Männer als Schiffsführer, Fischer, Navigatoren und Kartographen manchmal über Jahre auf See unterwegs waren. Sie hatten die praktische Oberhoheit zuhause. In den kleinen Familienverbänden ebenso wie auf den großen <em>posesiones</em>, den großen Landgütern, die nicht selten 40 bis 50 arbeitende Personen um den Mittagstisch versammelten. Und sie wußten die Angelegenheiten der Besitzungen bezüglich Produktivität und Vermarktung geschickt zu regeln. Auch heute noch gehen die Liegenschaften alter Familien auf dem Land häufig in weibliche Hand über. Und das nicht nur, wenn kein männlicher Nachfolger bereit steht.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/change-gerdaltmann-pixa-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1220" width="278" height="156" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/change-gerdaltmann-pixa-1024x576.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/change-gerdaltmann-pixa-300x169.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/change-gerdaltmann-pixa-768x432.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/change-gerdaltmann-pixa-520x293.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/change-gerdaltmann-pixa-740x416.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/change-gerdaltmann-pixa.jpg 1920w" sizes="(max-width: 278px) 100vw, 278px" /><figcaption>foto: gerd altmann pixabay</figcaption></figure></div>



<h2 class="wp-block-heading">&#8230;im Kleinen wie im Großen</h2>



<p>Die Vereinigung der noch in Privatbesitz befindlichen Gutshöfe, die bisher nicht zu Hotels umgewandelt wurden, bietet unter dem lable „Itinerem, Ruta Cultural de las Possessións de Mallorca“ geführte Besuche auf historischen Landsitzen an, die einen erlebenswerten Einblick in früheres und heutiges Wirtschaften auf dem Lande geben. Und damit in die bestehenden Strukturen und ihren Wandel, familiär und gesellschaftlich.</p>



<p>Der Anteil der Architektinnen, die aktuell (Stand Mai 2019) in der Architektenkammer der Balearen insgesamt in Palma organisiert sind, beträgt 26,6% , wobei dies nur die selbständig arbeitenden auflistet. Mit den in Arbeitsgemeinschaften arbeitenden Architektinnen und den angestellten Mitarbeiterinnen, die nicht in der Kammer eingetragen sein müssen und daher hier nicht berücksichtigt sind, stellen sie sicher einen wesentlich größeren Anteil. Bei den Fortbildungsveranstaltungen der Kammer jedenfalls erscheint rein optisch das Geschlechterverhältnis meist relativ ausgeglichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Frage der Zeit</h2>



<p>Auch im politischen Leben zeigt sich die Stärke der Frauen. In vielen Gemeinden gibt es einen weiblichen <em>alcalde, </em>eine Bürgermeisterin, und den Ministerpräsidentenposten der Balearen hat mit Francina Armengol derzeit wieder einmal eine Frau inne. Darüber hinaus stellen sich in manchen Gemeinden in diesem Jahr erstmalig, oder wie im Falle der deutschen Sozialistin Susanna Moll zum wiederholten Male, im Herbst Ausländerinnen zur Wahl in den Stadtrat.  </p>



<p>Es wird nur eine Frage der Zeit sein, dass sich die mallorquinische Gesellschaft auch in diesem Bereich umbaut. Die junge Generation, die hier heranwächst, ist tatsächlich bereits sehr durchmischt, hat eine internationale Herkunftsstruktur. Auch dies wird die Position der Frau in der Gesellschaft, im beruflichen und im politischen Leben weiter stärken.  </p>



<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..</p>



<p>Weiterführende Informationen:</p>



<p>Bauen auf Mallorca  <a href="https://relaunch.ahabaustift.com/denkt-ueber-den-mallorquinischen-stil/">https://relaunch.ahabaustift.com/denkt-ueber-den-mallorquinischen-stil/</a></p>



<p>Vereinigung der Landgüter <a href="https://fundacion-itinerem.org/">https://fundacion-itinerem.org/</a></p>



<p>Alle Fotos, sofern nicht anders bezeichnet  ©A.Hermichen</p>
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		<title>Shopping &#8211; oder die neue Leichtigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Angelika A. Hermichen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Apr 2018 23:34:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[...auf Mallorca]]></category>
		<category><![CDATA[...denkt]]></category>
		<category><![CDATA[Einkaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Einrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[lifestyle]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_720" style="width: 272px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-720" class="wp-image-720" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/barcelona-Markt-ArmanFlint-300x225.jpg" alt="" width="262" height="196" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/barcelona-Markt-ArmanFlint-300x225.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/barcelona-Markt-ArmanFlint.jpg 453w" sizes="(max-width: 262px) 100vw, 262px" /><p id="caption-attachment-720" class="wp-caption-text">1</p></div></p>
<p>Immer noch erledigen wir einen Teil unserer Einkäufe auf traditionellen Märkten, den Wochenmärkten unter freiem Himmel oder in den überdachten, attraktiven alten Markthallen wie in Frankfurt, den „mercados“ in Städten wie Barcelona und Palma mit ihrer besonderen Atmosphäre von alteingesessenem Handel. In klassischen Gebäuden in mittlerweile meist fremder Umgebung. Wo wir zunehmend gewohnt sind, unseren täglichen Bedarf in modernen, gesichtslosen Selbstbedienungsläden zu decken, finden diese Überbleibsel einer anderen Epoche mehr und mehr als Sehenswürdigkeiten Beachtung bei Touristen, die, der Notwendigkeit enthoben, sich mit alltäglichen Nahrungsmitteln zu versorgen, in schlenderndem Schritt aufsaugen, was sich als optisches Souvenir in den Urlaubskoffer packen lässt. Und das wird als Kauferlebnis perfekt bedient. Nostalgie, reine Nostalgie.</p>
<p><div id="attachment_820" style="width: 310px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-820" class="wp-image-820 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/pixa-superm-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/pixa-superm-300x200.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/pixa-superm-768x512.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/pixa-superm-1024x683.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/pixa-superm-390x260.jpg 390w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/pixa-superm-520x347.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/pixa-superm-740x493.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/pixa-superm.jpg 1920w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-820" class="wp-caption-text">2</p></div></p>
<p>Nach amerikanischem Muster    versorgen wir uns tagtäglich in grossflächigen Super-Märkten, die Beliebiges vielfältig in standardisierten Regalen feilbieten. Meist noch von Hand bestückt, werden diese, jetzt üblichen Verkaufsmethoden sich bald schon wandeln zur Vollautomatisierung und nur noch digital abgewickelt werden. Vieles kaufen wir bereits online ohne Beratung durch einen realen Menschen, allenfalls orientieren wir uns an Testberichten und Kritiken zum Produkt. Kein Wunder, dass nicht nur die kleineren Einzelhandels-Geschäfte mehr und mehr in eine Sinnkrise stürzen und verzweifelt nach neuen Strategien zur Kundenbindung Ausschau halten.</p>
<h3>        Wo der Einkauf zum Erlebnis wird</h3>
<p>In den 50er Jahren wurde dies in Deutschland erstmals von einer Kaffeerösterei in Bremen konsequent umgesetzt. Und die betrieb zu Beginn noch gar keine eigenen Ladenlokale. Die Lieferung des im Bremer Hafen angelandeten und frisch gerösteten Kaffees, der seit den 20er Jahren durch Eduard und Rudolf Schopf (Edu-Scho) per Post-Direktversand an die Kunden verschickt wurde, konnte bald schon durch eine zusätzliche Bestellung anderer Waren erweitert werden. Welche Spannung, wenn wir Kinder dabei waren, wenn ein dickes Paket aus Bremen ankam, das beim Öffnen einen berauschenden Duft freisetzte. Für uns „Dötzchen“ der Duft der exotischen, weiten Welt. Denn die Frauen der Familie bestellten immer gemeinsam grössere Mengen Kaffee und immer auch ein paar Tafeln Schokolade oder Tee. Das erste <i>cross-selling, </i>das dafür sorgte, dass das Angebot attraktiv war und durch neu hinzugefügte Artikel auch blieb.</p>
<p>Einige Zeit später dann weiteten Tankstellen ihr Angebot naheliegend aus auf Autozubehör, später auch auf Süsswaren und Zeitschriften.</p>
<p>Inzwischen ist das Marketingkonzept des Querverkaufs weit verbreitet. Kaffee wird mittlerweile nicht nur mit Pralinen und Schokolade verkauft, sondern auch mit dekorativem Zubehör fürs Haus, Apotheken versorgen nebenbei mit Brillen und Kosmetik, im Tabakwarenladen wird Wein angeboten. Und beim Lebensmittel-Discounter finden sich als saisonale Angebote auch schon mal Gartengeräte und Weihnachtsdekoration.</p>
<h3>        Konzept Einkaufszentrum</h3>
<p>Daneben wuchsen seit Mitte der 60er Jahre nach amerikanischem Muster grössere Kaufhäuser in den Innenstädten und später am Stadtrand die Einkaufszentren aus dem Boden, in denen Einzelhandelsgeschäfte ihre speziellen Waren in direkter Nähe des Mitbewerbers anbieten. Wettbewerb fördert den Umsatz, die Raum-Zeit-Komponente nützt Käufern und Händlern. Grosse Parkplätze direkt vor der Tür, überdachte Passagen in denen viele verschiedene Geschäfte um Kunden werben, ein breites Angebot ähnlicher Waren auf engem Raum. Der Kunde kann schnell Vergleiche anstellen, die Entscheidung noch bei einem Kaffee überdenken, später ins Kino und zum Essen gehen. Überschaubar das Ganze, unkompliziert und wetterfest.</p>
<p><div id="attachment_722" style="width: 399px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-722" class="wp-image-722" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Lisabon-by-bert_kaufmann_piqs_de-4-5-300x202.jpg" alt="" width="389" height="262" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Lisabon-by-bert_kaufmann_piqs_de-4-5-300x202.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Lisabon-by-bert_kaufmann_piqs_de-4-5-768x517.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Lisabon-by-bert_kaufmann_piqs_de-4-5-1024x689.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Lisabon-by-bert_kaufmann_piqs_de-4-5-520x350.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Lisabon-by-bert_kaufmann_piqs_de-4-5-740x498.jpg 740w" sizes="(max-width: 389px) 100vw, 389px" /><p id="caption-attachment-722" class="wp-caption-text">3</p></div></p>
<p>Und unterhaltsam. Da lassen sich Treffen mit Freundinnen und der Familie ganz zwanglos gestalten und mit dem Nützlichen verbinden. Die Eltern erledigen den Schaufensterbummel und den wöchentlichen Haushalts-Einkauf, während die Kids sich mit Sportbekleidung und Zubehör für Handy und Tablet eindecken.</p>
<h3>         Variationsbreite auf engem Raum</h3>
<p>Durch die Nähe der einzelnen Anbieter verschwindet der Eindruck verschiedener Unternehmer. Wir bewegen uns unter einem Dach, in einem Gebäude. Allenfalls lassen Innenarchitektur und Ladenausstattung Individualität erkennen. Das Warenangebot mäandert zwischen Artverwandtem.</p>
<p><div id="attachment_724" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-724" class="wp-image-724 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/interior-stacey--300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/interior-stacey--300x225.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/interior-stacey--768x576.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/interior-stacey--1024x768.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/interior-stacey--520x390.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/interior-stacey--740x555.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/interior-stacey-.jpg 1920w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-724" class="wp-caption-text">4</p></div></p>
<p>Da erstaunt es nicht, dass ein spanischer Modehersteller seinen Geschäftsbereich auf Heimtextilien ausweitet und einige Zeit später komplette Einrichtungsgeschäfte eröffnet, in denen die Textilien nur noch einen kleineren Raum einnehmen. Dessen<i> flagship store</i> ist seit kurzem in Palma in bester Lage der Innenstadt am Paseo del Borne beheimatet, in einem Gebäude, das 1921 Gaspar Bennazar schuf, ein bekannter und einflussreicher Architekt und verantwortlich für viele bedeutende Projekte auf Mallorca, und das lange Zeit von einer Telefongesellschaft genutzt wurde.</p>
<h3>        Luxuriöse Umgebung als Motor</h3>
<p>Jedoch gab es schon Vorläufer. Nicht in solch prominenter Lage, aber doch nur einen Steinwurf vom Borne entfernt, liess sich 2007 das <em>Rialto Living</em> im ehemaligen Cine Rialto nieder. Ein schwedisches Designer-Paar präsentierte den rustikalen bis grossbürgerlichen Charme der Interior-Fundstücke ihrer ausgedehnten Reisen im ehemaligen, nun zum Showroom umgestalteten Kinosaal.</p>
<p><div id="attachment_726" style="width: 387px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-726" class="wp-image-726" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Rialto-wohn-3-a-300x200.jpg" alt="" width="377" height="251" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Rialto-wohn-3-a-300x200.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Rialto-wohn-3-a-768x511.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Rialto-wohn-3-a-1024x681.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Rialto-wohn-3-a-390x260.jpg 390w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Rialto-wohn-3-a-520x346.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Rialto-wohn-3-a-740x492.jpg 740w" sizes="(max-width: 377px) 100vw, 377px" /><p id="caption-attachment-726" class="wp-caption-text">5</p></div></p>
<p>Sieben Jahre später, als sich die Prachtstrasse Borne in die erste Adresse für exclusives Shopping zu verwandeln begann und auch die umliegenden Gassen vom neu erworbenen Glanz in der Nähe profitierten, erweiterten sie die Verkaufsräume in den benachbarten Palast Ca‘n O‘Ryan aus dem 18. Jahrhundert und hier dann auf zwei Etagen, dem weitläufigen Erdgeschoss und der herrschaftlichen <em>planta noble</em>.</p>
<h3>        Genuss für Leib und Seele</h3>
<p>Hatte der ermüdete Einkaufsbummler zuvor schon im Hintergrund des Interior-Verkaufsraumes einen Kaffee, einen gepflegten Cava oder einen sorgfältig zubereiteten Mittagssnack zu sich nehmen können, so wurde das immer noch überschaubare Café nun in den räumlichen Mittelpunkt gerückt. Das aktuell &#8211; ganz im Trend &#8211; weiter ausgedehnte Sortiment lagert sich geschmeidig darum herum. In den hervorragend renovierten hohen, von Elementen historischer Baukunst akzentuierten Räumen, die den bevorzugten klassischen Einrichtungsstil des gut situierten (internationalen Neu-) Mallorquiners präsentieren, lassen wir uns nun ebenso zum Kauf eines edlen Designer-Outfits hinreissen oder schwelgen in den Möglichkeiten, die sich bieten, unsere Liebsten mit ausgefallenem Lifestyle-Zubehör zu beglücken.</p>
<p><div id="attachment_729" style="width: 274px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-729" class="wp-image-729" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/DSC_4910-3-200x300.jpg" alt="" width="264" height="397" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/DSC_4910-3-200x300.jpg 200w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/DSC_4910-3-768x1154.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/DSC_4910-3-681x1024.jpg 681w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/DSC_4910-3-520x781.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/DSC_4910-3-740x1112.jpg 740w" sizes="(max-width: 264px) 100vw, 264px" /><p id="caption-attachment-729" class="wp-caption-text">6</p></div></p>
<p>Das Umherschweifen im Raum regt die Fantasie an, das Unnötige wird zum reinen Genuss. Wir müssen uns nicht mehr mit bestimmten notwendigen Anschaffungen auseinandersetzen, obwohl auch das hier möglich ist. Aber nein, hier überlassen wir uns gern ganz lässig den Eindrücken zu Raum und Angebot, die in uns hineingleiten und Gefühle erzeugen. Gefühle des Wohlbefindens, des Savoir-vivre auf mediterrane Art, unterstützt von geschickter Beleuchtung und gezielt parfümiertem Raumklima.</p>
<p>Da ist sie wieder, die Erinnerung an Kinderträume. Wie es auf den Märkten klingt, wie der Luxus riecht, wie die Erfüllung eines aussergewöhnlichen Wunsches schmeckt. Kaffee mit Schokolade. Und geben wir es doch zu, nichts berührt uns tiefer als die nun endlich erfüllten sehnlichsten Wünsche unserer Kindheit, die daherkommen in Geruch, Geräusch und die sich einpassen in unsere Vorstellung vom perfekten Zustand. Wie immer dieser auch aussehen mag.</p>
<p>Titelfoto: Galleria Vittorio Emanuele, Horst Baltzer über pixabay (https://pixabay.com), Foto 1 La Boqueria: Arman Flint über Pixabay (https://pixabay.com), Foto 2: tariq786 über pixabay, Foto 3 Einkaufszentrum: Bert Kaufmann über piqs (http://piqs.de/fotos/144308.html), Foto 4 Schlafraum: Spacey über Pixabay (https://pixabay.com), Foto 5 und 6: Rialto Living, mit freundlicher Genehmigung durch Rialto Living Palma S.L. Vielen Dank. (https://rialtoliving.com/en/)</p>
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		<title>Der &#8220;mallorquinische Stil&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Angelika A. Hermichen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Nov 2017 18:50:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[...auf Mallorca]]></category>
		<category><![CDATA[Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Mallorca]]></category>
		<category><![CDATA[Stil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Besucher, die das erste Mal nach Mallorca kommen, genießen die südliche Atmosphäre und das Klima, Strand, Meer und die idyllische Landschaft. Und die Insel ist so nah, gefühlt kaum ein paar hundert Kilometer südlich der deutschen Grenzen, im Flug eine Spanne Zeit, wie man sie für eine Zugfahrt von Berlin nach Leipzig einplant. Liegt also [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Besucher, die das erste Mal nach Mallorca kommen, genießen die südliche Atmosphäre und das Klima, Strand, Meer und die idyllische Landschaft. Und die Insel ist so nah, gefühlt kaum ein paar hundert Kilometer südlich der deutschen Grenzen, im Flug eine Spanne Zeit, wie man sie für eine Zugfahrt von Berlin nach Leipzig einplant. Liegt also gleich vor der Haustür…</p>
<p>Wenn dann der Wunsch geweckt ist, auf der Insel mehr oder weniger dauerhaft zu wohnen, beschäftigt der Besucher sich intensiver mit Land und Leuten, mit Brauchtum und Lebensweise. Und mit der Architektur, die so gefällig dem Wunsch nach einer heilen Welt und idealen Bedingungen entspricht und die mit menschlichen Proportionen und einfachen Materialien Natürlichkeit darstellt, die wir in unserem von Technik bestimmten Leben weitgehend vermissen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-550 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/Finca-III-2-300x119.jpg" alt="Wie es wirklich ist, Finca Mallorca" width="300" height="119" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/Finca-III-2-300x119.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/Finca-III-2-768x304.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/Finca-III-2-1024x405.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/Finca-III-2-520x206.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/Finca-III-2-740x293.jpg 740w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>Zur Charakterisierung dieser Bauweise fällt bald das Stichwort „mallorquinischer Stil“. Damit sind gedrungene Bauernhäuser mit dicken Wänden aus Feldsteinen, kleinen Fenstern und flach geneigten Dächern gemeint, deren lockere Verteilung in der freien Landschaft die Phantasie vom einfachen, selbstbestimmten Leben auf dem Lande anregen.</p>
<h3>Die Suche nach dem Leitbild</h3>
<p>So idyllisch die alten Steinhäuser auch anmuten, leben möchte man dann doch lieber mit modernem Komfort. Und spätestens wenn ein Architekt für den zu erstellenden Neubau zu Rate gezogen wird, muss sich der Bauwillige aktiv mit seiner Vorstellung vom traditionellen Wohnen auf Mallorca auseinandersetzen. Leitbilder sind gefragt, die verbal und anhand von eleganten Zeitschriften-Ausrissen den gewünschten „mallorquinischen Stil“ belegen sollen, damit der Architekt ein Gespür dafür bekommt, wie der Bauherr sich sein Traumhaus vorstellt.</p>
<p><div id="attachment_512" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-512" class="wp-image-512 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Son-Serra-1-300x219.jpg" alt="Mallorquinischer Stil, Haus in Urbanisation" width="300" height="219" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Son-Serra-1-300x219.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Son-Serra-1-768x562.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Son-Serra-1-1024x749.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Son-Serra-1-520x380.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Son-Serra-1-740x541.jpg 740w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-512" class="wp-caption-text">Sogenannter &#8220;Mallorquinischer Stil&#8221; eines Hauses in einer Urbanisation an der Nord-Ost-Küste</p></div></p>
<p>Oft ist diese Phase schnell überstanden, gibt es doch reichlich Beispiele dieses vorgeblichen Stils, die in der Gegend herumstehen. Auch dämmern in den Schubladen so manches Architekten entsprechende baufertige Pläne vor sich hin und warten auf einen willigen Bauherren. Viele Objekte werden auch gleich im Internet mit den einschlägigen Vokabeln und in den diversen Stadien der Fertigstellung zum Kauf angeboten. Daß dabei manches vor hundert Jahren notwendige konstruktive Detail als bloßes Zitat und in meist fragwürdigem Zusammenhang dem Entwurf im wahrsten Sinne angeklebt wird, ist mit einem überzeugten Bauherrn oft schwer zu diskutieren.</p>
<p>Denn es gibt nur wenige Architekten, die bereit sind, mit ihrem Bauherrn in einen &#8211; manchmal riskanten &#8211; sehr persönlichen Prozeß der Klärung einzusteigen unter der Fragestellung: was ist eigentlich „mallorquinischer Stil“? Wie drückt er sich aus?</p>
<h3>Was ist mallorquinischer Stil?</h3>
<p>Die Beantwortung der Frage fällt umso schwerer, als es diesen Stil nicht gibt. Das, was so vordergründig zur Definition herangezogen wird, ist eine Mischung aus der traditionellen, überall in Mittelmeerländern verwendeten Bauweise und Beifügungen aus anderen Kulturen, die von späteren Einwanderern in den Bauprozeß eingebracht wurden. Durch die Baumeister und Auftraggeber voriger Jahrhunderte bis in die heutige Zeit hinein sollten sie der individuellen Interpretation von Schönheit und Brauchbarkeit Ausdruck verleihen und gleichzeitig meist auch Notwendigkeiten der Konstruktion selbst bedienen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-779" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/Hs-Ph-II-2d-300x183.jpg" alt="Mallorquinischer Stil, Altes Haus, Ruine" width="291" height="178" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/Hs-Ph-II-2d-300x183.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/Hs-Ph-II-2d-768x469.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/Hs-Ph-II-2d-1024x625.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/Hs-Ph-II-2d-520x317.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/Hs-Ph-II-2d-740x451.jpg 740w" sizes="(max-width: 291px) 100vw, 291px" /></p>
<p>Das lässt sich gut ablesen: der einst schlichte, rechteckige Baukörper mit flachem Pultdach, wie er rund um das Mittelmeer seit Jahrhunderten häufig anzutreffen ist, war der Ursprung und wurde bei Bedarf um einen weiteren, identischen Baukörper symmetrisch an der Rückseite erweitert, später auch aufgestockt. In die Hauskanten brachte man zur Stabilisierung größere Ecksteine ein, die Fensteröffnungen erhielten steinerne Umrandungen. Die vorgelagerte Freifläche, über der früher allenfalls das Laub einer <i>parra</i>, eines Weinstocks, Schatten spendete, wurde nun mit Säulen und festen Dächern zum <em>porche</em> erweitert. Dies alles in der Absicht, das Leben sicherer und angenehmer zu gestalten. Und wo diese Eingriffe sich in der althergebrachten Weise an vorhandenen Gebäuden vollzogen, die sich so auf natürliche Weise veränderten, erscheinen sie auch heute noch stimmig und unverwechselbar.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-781 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/posesio-LLuchmajor-300x162.jpg" alt="Mallorquinischer Stil, Mallorca, Gutshof" width="300" height="162" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/posesio-LLuchmajor-300x162.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/posesio-LLuchmajor-768x415.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/posesio-LLuchmajor-520x281.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/posesio-LLuchmajor-740x400.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/posesio-LLuchmajor.jpg 960w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<h3>Veränderung im zeitlichen Zusammenhang</h3>
<p>Erst die Überformungen durch Bauelemente anderer Stilepochen brachten das ursprüngliche Gleichgewicht aus der Balance. Renaissance-Portale und -Fensterelemente in gotischen Stadthäusern in Palma, barocke Balustraden an Terrassen und Balkonen der herrschaftlichen <i>posesiones</i> auf dem Land dokumentieren den Wandel der Baustile, der auch auf bestehende Gebäude übergreift, begründeten gleichzeitig einen Eklektizismus, der heute als Argument herhalten muss für ungebremste Verwendung historisierender Bauelemente.</p>
<p><div id="attachment_778" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-778" class="wp-image-778 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/raixa-hans-pixabay-300x225.jpg" alt="Mallorquinischer Stil, Gutshof, La Raixa, Mallorca" width="300" height="225" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/raixa-hans-pixabay-300x225.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/raixa-hans-pixabay-768x576.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/raixa-hans-pixabay-520x390.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/raixa-hans-pixabay-740x555.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/raixa-hans-pixabay.jpg 960w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-778" class="wp-caption-text">Landgut Raixa, Foto: Hans über pixabay, https://pixabay.com/de/</p></div></p>
<p>So mancher Bauherr, im Bewusstsein seiner finanziellen Möglichkeiten und ästhetischen Ansprüche, mag sich nicht gern vom Fachmann an die Hand nehmen lassen, schließlich ist er von Geburt an, also meist schon viele Jahrzehnte mit „Wohnen“ vertraut und weiß, was er braucht. Vor allem aber, was er möchte. Und das sieht er ja auf der Insel herumstehen und kann es benennen. Rustikal soll es sein, dabei heimelig wirken, das Gemüt ansprechen und Geborgenheit vermitteln.</p>
<p>Dicke Wände sollte das Haus haben? Steinverkleidung? Ja, aber möglichst dünn, damit sie nicht auf Kosten der Wohnfläche gehen. Eine überdachte Terrasse, die die Hälfte des Erdgeschoßes einnimmt, damit Wohnen ganz ungezwungen zu jeder Zeit auch draußen stattfinden kann; die Fenster und Türen so groß wie möglich wegen des wunderbaren Lichts, das ja der Grund für das Hiersein ist. Lamellenklappläden aus Aluminium wegen der einfachen Pflege und vor dem Eingang ein Porticus mit klassischen Säulen, Balustraden um die Terrassen. Und auch einen Turm bitte oder wenigstens ein Türmchen. All das hat er doch hier und da gesehen und das hat ihm gefallen.</p>
<h3>Bedeutung eines Gebäudes in seinem Umfeld</h3>
<p>Der Architekt nickt. Er kann es sich lebhaft vorstellen. Und zeichnet einen Entwurf oder baut vielleicht sogar ein kleines Modell, das all dies unter zwei bis drei Dächer bringt. Bei der Präsentation zuckt der Bauherr im günstigen Fall zusammen. So hatte er sich das nicht vorgestellt, so Disney-Land-artig. Der Begriff „Kitsch“ drängt sich ihm auf. Und gelegentlich ist er nun bereit, ernsthaft darüber nachzudenken, was ein Haus in der Landschaft Mallorcas tatsächlich sein kann. Für die Bewohner, deren Nachkommen oder -käufer, die alle darin und damit leben werden, für die Nachbarn, die Gemeinde, die Insel insgesamt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-547 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/vilafranca-griego-233x300.jpg" alt="Säulen und Balustraden an Dorfhaus Mallorca" width="233" height="300" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/vilafranca-griego-233x300.jpg 233w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/vilafranca-griego-768x987.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/vilafranca-griego-797x1024.jpg 797w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/vilafranca-griego-520x668.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/vilafranca-griego-740x951.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/11/vilafranca-griego.jpg 1240w" sizes="(max-width: 233px) 100vw, 233px" /></p>
<p>Zu hoch gegriffen? Sicher nicht.</p>
<p>Ein Gebäude ist kein Verbrauchsartikel wie ein Kleid, mit dem wir heute kundtun, wie wir uns heute fühlen, wie wir heute sind. Das in der nächsten Saison unmodern geworden ist und entsorgt wird.</p>
<p>Mit den Materialien, die wir bei einem Neubau verwenden, bauen wir heute für die nächsten hundert Jahre und mehr. Wir nehmen also auf lange Zeit Einfluß auf die Gestaltung der Region, der Landschaft und ihrer Dörfer. Mallorcas alte Häuser existieren oft seit Jahrhunderten und besitzen immer noch ihre besonderen Qualitäten und ihren unverwechselbaren Charme. Ist das nicht wert, über die wirklichen Ansprüche an ein regional verwurzeltes Haus der heutigen Zeit und das eigene Wohnbedürfnis intensiver nachzudenken?</p>
<pre>Fotograf, sofern nicht genannt: Angelika Hermichen</pre>
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		<title>Kongress-Palast Palma</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Angelika A. Hermichen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jun 2017 16:37:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[...auf Mallorca]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Mallorca]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentliche Gebäude]]></category>
		<category><![CDATA[Palma]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner">Da sind wir nun also…. Im <i>Palau de Congresos</i> in Palma.

Tausendmal daran vorbeigefahren, während der Bauphase und danach in den jahrelangen Zeiten des Stillstands, des Nicht-genutzt-werdens. Tausendmal die Frage auf der Zunge: wie sieht dieser Kongress-Palast, Gewinner-Projekt eines internationalen Wettbewerbs, von innen aus? Nun steht die Eröffnung bereits in den Kalendern, ein guter Zeitpunkt also, um der Bevölkerung das sperrige Gebäude näherzubringen. Die Architektenkammer hat ihre Mitglieder zu einer Vorab-Besichtigung geladen, die Neugier der Kollegenschaft darf befriedigt werden.
<h4>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Architektur im Kontrast</h4>
<div id="attachment_448" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-448" class="wp-image-448 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/alu-fachada-300x234.jpg" alt="Kongresspalast Palma palacio de congresos" width="300" height="234" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/alu-fachada-300x234.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/alu-fachada-768x599.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/alu-fachada-1024x799.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/alu-fachada-520x406.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/alu-fachada-740x578.jpg 740w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-448" class="wp-caption-text">Verkleidung in Aluminium und Naturstein</p></div>

Von aussen eine strenge Fassade mit mächtigen Vor- und Rücksprüngen, gewaltigen Überhängen, die der Architekt Francisco Mangado eckig, fast widerstrebend gegen die Küstenpromenade in den Strassenraum vorschiebt. Nichts das sich lässig einfügt, aber was füge sich hier schon ein? Die Umgebung so vielfältig banal, angefangen vom sozialen Wohnungsbau der 60er Jahre im Hintergrund, die neuzeitliche Rendite-Architektur luxuriöser Eigentumswohnungen links vorne, bis zum ungeliebten GESA-Gebäude nebenan. Da wird jeder Bau, der sich absetzen will und soll zum Fanal, jede Idee moderner Komposition in Raum und Material gerät zum Statement.

In der Eingangshalle des seitlich an den Komplex angeschlossenen Hotels findet die Begrüssung statt. Die Lobby müssen wir uns durch eine schmale Tür erobern, die einem Einfamilienhaus angemessen wäre. Als Hotelgast habe ich sicher Schwierigkeiten, Gepäckstücke, die grösser sind als ein Aktenkoffer, in die Lobby zu befördern. Oder wird dem Gast schon draussen auf der Einfahrt auch das kleinste Gepäckstück entrissen, damit es mit den üblichen Rollwagen auf geheimnisvolle Weise, vielleicht durch unterirdische Gänge und versteckte Lifts ins Gastzimmer gelangt?
<h4 style="padding-left: 30px;">Jugendliche Innenraumgestaltung der Bar</h4>
Die Frage wird nicht beantwortet. Die freundliche Repräsentantin des Kongresspalastes teilt dann auch die Einschränkung im ersten Satz mit. Nein, das 4-Sterne-Hotel der Melià-Kette könne man nicht besichtigen, allerdings gebe es zur Eröffnung kurzzeitig Sonderangebote vor allem für Residenten. (*)

<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-451 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Congr-Bar-3-135x300.jpg" alt="Melia Kongresshotel Palma Lounge" width="135" height="300" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Congr-Bar-3-135x300.jpg 135w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Congr-Bar-3-768x1710.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Congr-Bar-3-460x1024.jpg 460w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Congr-Bar-3-520x1158.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Congr-Bar-3-740x1647.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Congr-Bar-3.jpg 1155w" sizes="(max-width: 135px) 100vw, 135px" />

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<div id="attachment_450" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-450" class="wp-image-450 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Congr-Bar-2-300x189.jpg" alt="Melia Palma Kongresshotel Frühstücksraum und Lounge mit Internet-Stationen" width="300" height="189" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Congr-Bar-2-300x189.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Congr-Bar-2-768x484.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Congr-Bar-2-1024x645.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Congr-Bar-2-520x328.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Congr-Bar-2-740x466.jpg 740w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-450" class="wp-caption-text">Frühstücksraum und Lounge. Optisch gelungen, lassen sich an diesen Internet-Stationen jedoch allenfalls kurze Nachrichten abrufen.</p></div>

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Damit werden wir auch schon wieder hinaus komplimentiert und unter den Überhang des Baukörpers an die westliche Ecke geführt, an den Haupteingang unter der sich agressiv gegen den Hafen schiebenden Spitze. Wir sind versucht, den Kopf einzuziehen, so niedrig erscheint die auskragende Decke. Ein beklemmendes Gefühl, das sich dann im Innern auflösen soll, wo sich, aus dem eher dunklen Vorraum mit Garderobe und Nebenräumen tretend, unerwartet schmale, 3 bis 4 Geschoss hohe Bereiche öffnen. Zweifellos ein aha-Efekt. Wird doch in der Architektur-Gestaltung der Kontrast zwischen niedrig und hoch, weit und eng, hell und dunkel häufig angewandt weil sensitiv stark erfahrbar.

<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-444 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/P6293358-300x225.jpg" alt="Kongresspalast Palma palacio de congresos" width="300" height="225" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/P6293358-300x225.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/P6293358-768x576.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/P6293358-1024x768.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/P6293358-520x390.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/P6293358-740x555.jpg 740w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />

Doch die hier gewählten Dimensionierungen empfindet nicht jeder als angenehm. Vor allem, da sie noch durch die kontrastierenden Deckenflächen, Boden- und Wandbeläge gesteigert werden.

Die Materialien insgesamt sind ein Thema, das in der Besuchergruppe schnell auftaucht und während des gesamten Rundgangs weiter erörtert wird.
<h4 style="padding-left: 30px;">Materialwahl, Art und Beschaffung</h4>
Die Aussenhaut des <i>Palau</i> zum Meer hin ist eine Stahlkonstruktion, deren zur Beschattung der Fensterflächen dienende tiefe Fassadennischen mit neuartigen Aluminiumplatten verkleidet sind. Aluminium als Grundmaterial gegossen, in winzige Partikel zerrissen und wieder neu zu dünnen Platten verpresst, wie uns erklärt wird. Die Menge des durch die Vor -und Rücksprünge der Fassade benötigten Materials legt die Frage nahe, ob in heutiger Zeit, in der wir uns bewusst sind, wie die Herstellung bestimmter Produkte der Umwelt schadet und Bodenschätze in ungeahnter Geschwindigkeit vernichtet, ob der exzessive Gebrauch solcherart belasteten Materials noch angemessen ist.

Wobei auch die Beschaffung ein Gesichtspunkt ist. Die zweifellos in Farbe und Struktur interessante Wandbekleidung in den Foyers aus mit Nuten geripptem, dunkel-feurigem, original afrikanischem Hartholz hat im Budget letztendlich ein so tiefes Loch gerissen, dass in der Endphase des Baus an anderer Stelle massiv eingespart werden musste. So endet der angenehme und schlicht graue, grossformatige Steinbelag des Erdgeschosses an den Treppen zu den oberen Foyers.

<img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1112 size-medium alignleft" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Treppenanlage-300x225.jpg" alt="Palau de Congresos Palma, escalera" width="300" height="225" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Treppenanlage-300x225.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Treppenanlage-768x576.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Treppenanlage-1024x768.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Treppenanlage-520x390.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Treppenanlage-740x555.jpg 740w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />

Abrupt wechselt nun auf den Stufen das Material zu simplem Laminat in heller Holz-Optik, das auch in den oberen Geschossen beibehalten wird und sich dort in den Foyers mit dem afrikanischen Wandbelag heftige Schlachten um Aufmerksamkeit liefert. Vielleicht hätte sich ein dunkler Belag besser eingefügt, auch wenn er aufwendiger in der Pflege ist. Aber auch das ist eine Frage des Budgets, diesmal zum Unterhalt.
<h4>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Durchgängiges Farb-/Material-Konzept</h4>
Schliesslich landen wir im grossen Kongressaal. Die Bestuhlung in anthrazitgrau passt zum Farbkonzept des Erdgeschosses, alle notwendige Technik ist in die Rückenlehnen integriert.

<div id="attachment_446" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-446" class="wp-image-446 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/sala-gr-1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/sala-gr-1-300x225.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/sala-gr-1-768x576.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/sala-gr-1-1024x768.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/sala-gr-1-520x390.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/sala-gr-1-740x555.jpg 740w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-446" class="wp-caption-text">Der Rang, der zu einem separaten Vortragsraum abgetrennt werden kann.</p></div>

Die Beleuchtung abwechslungsreich, jedoch aufwendig durch indirekte Wandbeleuchtung aus verkanteten Schlitzen, die keinen nennenswerten Effekt haben und die der gewöhnliche Besucher gar nicht erst bemerken dürfte, aber zweifellos die Detailfreudigkeit des Architekten an dieser Stelle belegt.

Ein kleinerer Teil der frontal ausgerichteten Ränge ist aus der Achse gedreht um bessere Sichtverhältnisse zu schaffen. Ein Teil des obersten Ranges kann mittels einer aufwendigen Technik, wie z.B. einem ausfahrbaren Boden im vorderen Bereich und vertikaler Abschottung zum grossen Saal hin in einen separaten Vortragssaal verwandelt werden. Ob sich diese Investition auszahlt, muss sich zeigen, da die Sichtverhältnisse dann auf diesen kleinen Raum bezogen, nicht günstig erscheinen.
<h4 style="text-align: left;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ausblicke aufs Meer</h4>
Anschliessend wandern wir dann durch die obersten Foyers, die sich sehr geschickt mittels variabler Zwischenwände in einzelne Sitzungs- oder Festräume teilen lassen und einen eigenen Küchen- und Service-Bereich haben. Auch hier wieder weisse Wände und der Laminat-Boden mit seinem eigentümlichen, unangenehm klackernden Sound beim Betreten.

<img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1107 alignleft" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Terraza-300x225.jpg" alt="Terrasse Congresszentrum Palma" width="300" height="225" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Terraza-300x225.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Terraza-768x576.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Terraza-1024x768.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Terraza-520x390.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/06/Terraza-740x555.jpg 740w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />

Wir landen dann auf der Terrasse, dem Highlight &#8211; übrigens mit überzeugender Ganzglasbrüstung -, die heute gerade zu einem outdoor-event vorbereitet wird. Die Stehtische sind schon auf dem schönen Holzdeck verteilt und mit ihren unabdingbaren weissen Kleidern versehen. Das Personal putzt Glas und Porzellan vor der einmaligen Kulisse der Küste beim Strand Ca‘n Pere Antoni, dem Lieblingsstrand des amtierenden Königs und seiner Familie. Schon allein diese Nähe, die Sicht auf diesen Küstenabschnitt dürfte in den Medien und der Vermarktung einiges Gewicht haben.

Beim Verlassen des Gebäudes fällt mir ein Fassadendetail auf, das, wie ich denke, nur von einem männlichen Architekten stammen kann.

<div id="attachment_435" style="width: 235px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-435" class="wp-image-435 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/02/Fassade-Detail-e1518975050283-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/02/Fassade-Detail-e1518975050283-225x300.jpg 225w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/02/Fassade-Detail-e1518975050283-768x1024.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/02/Fassade-Detail-e1518975050283-520x693.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/02/Fassade-Detail-e1518975050283-740x987.jpg 740w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /><p id="caption-attachment-435" class="wp-caption-text">Fassadendetail</p></div>

Der Zynismus sei mir verziehen, aber wie in aller Welt soll eine Putzfrau an diesem Platz korrekt ihre Arbeit tun? Wo Wind und Wetter alles Verfügbare, einschliesslich Sand, Zigarettenkippen und Papierfetzen in einem zwanzig Zentimeter schmalen Zwischenraum zwischen äusserer Stein- und innerer Glasfassade ablegen und die Scheiben vom Salzgehalt der Luft allein eintrüben….

Aber vielleicht gibt es dafür auch noch eine Lösung. Wo ein Bedarf besteht, kann sich die Industrie ja noch etwas einfallen lassen.

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<h6>Alle Fotos: Angelika Hermichen</h6>
(*) Hotel Melià: <a href="https://www.melia.com/de/hotels/spanien/mallorca/melia-palma-bay/index.htm">https://www.melia.com/de/hotels/spanien/mallorca/melia-palma-bay/index.htm</a>

GESA Gebäude von Arch. José Ferragut: <a href="https://joseferragutpou.com/category/edificio-gesa/">https://joseferragutpou.com/category/edificio-gesa/</a> (spanisch)</div>
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		<title>Besuch einer Ziegelei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Angelika A. Hermichen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Jan 2017 22:49:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[...auf Mallorca]]></category>
		<category><![CDATA[...baut]]></category>
		<category><![CDATA[Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Exkursion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dachdeckungen auf Mallorca bestehen üblicherweise aus sogenannten „tejas árabes“, gewölbten, leicht trapezförmigen unglasierten Dachziegeln, wie sie auch heute noch meist kleinere Ziegeleien hauptsächlich von Hand bzw. nur von wenigen, einfachen Maschinen unterstützt herstellen. Die Ziegelei von Francisco Soler ist eine von ihnen, eine der letzten beiden von ehemals ca. neun Betrieben in Felanitx und die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dachdeckungen auf Mallorca bestehen üblicherweise aus sogenannten „tejas árabes“, gewölbten, leicht trapezförmigen unglasierten Dachziegeln, wie sie auch heute noch meist kleinere Ziegeleien hauptsächlich von Hand bzw. nur von wenigen, einfachen Maschinen unterstützt herstellen.</p>
<p>Die Ziegelei von Francisco Soler ist eine von ihnen, eine der letzten beiden von ehemals ca. neun Betrieben in Felanitx und die einzige der kleinen, die es bis ins 21. Jahrhundert geschafft hat.</p>
<p><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Transport-1-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-346" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Transport-1-1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Transport-1-1-300x225.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Transport-1-1-768x576.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Transport-1-1-1024x768.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Transport-1-1-520x390.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Transport-1-1-740x555.jpg 740w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Flache Gebäude in offener Bauweise gruppieren sich um mehrere Höfe, in denen die unter freiem Himmel gelagerten Produkte das Angebot der Ziegelei zeigen. Unter einem weiten Vordach lagert die Tonerde, die bis vor einigen Jahren noch wie üblich aus einem benachbarten Grundstück gewonnen wurde. Heutzutage kommt die qualitativ hochwertige, rötliche Tonerde aus Marratxi. In den Werkschuppen wird sie portionsweise von oben in die haushohe Mühle geschüttet und dann in mehreren Gängen zerkleinert und gesiebt. Feiner Tonstaub rutsch anschliessend in eine tiefe steinerne Mulde, in der er früher von Hand mit Wasser vermischt und geknetet wurde. Heute übernimmt das eine elektrisch betriebene Maschine, die einen Kolben mit grossen Haken durch das Gemisch treibt, bis die Masse homogen ist und keine Luftblasen mehr enthält.</p>
<p>Karrenweise gelangt der Ton nun in die Fertigungshalle und wird von Hand in die Pressmaschine gefüllt.</p>
<h4>Rythmischer Tanz um die Pressmaschine&#8230;</h4>
<p>Wir betreten einen weitläufigen Raum unter niedrigen Dächern, deren einfache Lattenkonstruktionen mit den <em>tejas arabés</em> gedeckt sind, die hier hergestellt werden. Der Wind pfeift zwischen den Stützen hindurch, an manchen Stellen sind Teile der einfachen Dacheindeckung ausgespart und mit Kunststoffplatten gefüllt, die schon lange nur noch spärliches Licht hindurch lassen. Im Dämmerlicht taucht am Ende der Halle die Strangpresse auf. Zwei Männer in lehmstaubfarbenen Overalls bedienen das Ungetüm, bewegen sich in gleichmässigem Rythmus zum Befüllen der Form und Schneiden der Ziegel, hier gibt es kaum Automation.</p>
<p><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Presse1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-343" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Presse1-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Presse1-225x300.jpg 225w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Presse1-768x1024.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Presse1-520x693.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Presse1-740x987.jpg 740w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a></p>
<p>Es riecht nach Ton und Öl.</p>
<p>Fettig glänzend schiebt sich die gräuliche Masse aus der Presse, am Ende der kurzen Laufbahn durchtrennt ein Draht sie in gleichmässigen Abständen. Fertig ist der Ziegel. Oder die teja, je nach der Pressform, die in der Maschine liegt.</p>
<p>Von Hand werden sie auf mannshohe Gestelle gelegt, auf denen die Werkstücke je nach Materialstärke (vor allem im Winter) bis zu zwei Monate trocknen.</p>
<h3>Langwieriger Trocknungsprozess</h3>
<p>In der weiten Halle reihen sich die Trockengestelle aneinander und bilden ein Labyrinth aus löchrigen Wänden, wechselnde Muster zeigend aus Hochlochsteinen, den flachen Bögen der liegenden <em>tejas</em>, aus gestapelten Wassertrichtern und ineinander geschobenen Dachrinnen.</p>
<p>Am Ende schimmert Metallisches. Eine gut zwanzig Meter lange Flachtrockenbahn mit Stahlblechabdeckungen, in der die heutige Wochenproduktion seinerzeit in nur wenigen Stunden trocknete, hält dauerhaften Winterschlaf. Die Nachfrage nach Ziegelprodukten ist mit dem Rückgang der Bautätigkeit seit dem Ende der 90er Jahre drastisch zurückgegangen, die mit teurem Gas betriebene Anlage ist seit langem stillgelegt. Jetzt trocknen die Brennteile wie eh und je in den offenen Hallen durch den mehr oder weniger trockenen natürlichen Luftstrom.</p>
<p><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Brennkammer1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-342 alignright" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Brennkammer1-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Brennkammer1-224x300.jpg 224w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Brennkammer1-768x1027.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Brennkammer1-766x1024.jpg 766w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Brennkammer1-520x696.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Brennkammer1-740x990.jpg 740w" sizes="(max-width: 224px) 100vw, 224px" /></a></p>
<p>Wenn die Formteile keine Feuchtigkeit mehr enthalten, bringt eine wendige Zugmaschine sie auf ihren Trockengestellen zu den Öfen, die seitlich an die Halle angebaut sind. Die ca. 3 mal 4 m grossen Ziegel-Kammern mit Tonnengewölbe und gitterförmigem Ziegel-Boden werden von Hand bestückt, wobei nur minimale Zwischenräume zwischen den Teilen bleiben.</p>
<p>Die Tür besteht aus einem mit starken Schamottesteinen verstärkten Metallrahmen, den ein spezieller Transporter millimetergenau an seinen Platz schiebt. Im Untergeschoss unter den Brennkammern erzeugt ein Holzfeuer, heute mit Mandelschalen betrieben, eine Temperatur um die 1000°, die über 36 bis 38 Stunden gehalten wird. Nach dem langsamen Abkühlen über mehrere Stunden lagern dann die fertigen Teile in einer weiteren offenen Halle bis zum Transport zum Auftraggeber.</p>
<p>Francisco Soler erzählt bereitwillig von gestern und heute und der Hoffnung auf einen Aufschwung der Bautätigkeit, die auch ihm wieder vollere Auftragsbücher beschert. Zur Zeit stehen die Bestellungen für den aktuellen Brand auf einer kleinen, abgewetzten Schiefertafel neben der zum Materiallager umfunktionierten dritten Brennkammer&#8230;</p>
<p><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Material1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-341" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Material1-300x232.jpg" alt="" width="299" height="231" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Material1-300x232.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Material1-768x594.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Material1-1024x793.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Material1-520x402.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/01/Material1-740x573.jpg 740w" sizes="(max-width: 299px) 100vw, 299px" /></a></p>
<h6>Alle Fotos: Angelika Hermichen</h6>
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