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	<title>London Archive | aha ... ein baustift</title>
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	<description>Gedanken zu Architektur und Design</description>
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		<title>reist&#8230;   nach London   -2-</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Angelika A. Hermichen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Nov 2016 05:20:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[...reist]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8230; Tag Zwei meiner Tage in London zu Architektur und Kunst. Aus dem leisen Brausen der Einkaufsstraße gelange ich zurück in den normalen Straßenbetrieb. Und der ist in London derzeit gekennzeichnet von Baustellen. Unter- und überirdisch zeigt die Stadt an jeder Ecke ihre Wunden. Gigantische Komplexe entstehen aus Beton und Stahl. In den Straßenschluchten werden [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; Tag Zwei meiner Tage in London zu Architektur und Kunst.</p>
<p>Aus dem leisen Brausen der Einkaufsstraße gelange ich zurück in den normalen Straßenbetrieb. Und der ist in London derzeit gekennzeichnet von Baustellen. Unter- und überirdisch zeigt die Stadt an jeder Ecke ihre Wunden. Gigantische Komplexe entstehen aus Beton und Stahl. In den Straßenschluchten werden die Menschenströme endlos in provisorisch überdachten Fußwegen geleitet, deren holzverschalte Wände unübersehbar plakativ den verantwortungsbewussten Umgang der jeweiligen Bauunternehmen mit Technik und Ressourcen dokumentieren. &#8220;<em>Sorry for the inconvenience</em>!&#8221;</p>
<p><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/1-Pause-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-413 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/1-Pause-2-225x300.jpg" alt="downtown London Bauarbeiter an Baustelle" width="225" height="300" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/1-Pause-2-225x300.jpg 225w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/1-Pause-2-520x693.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/1-Pause-2.jpg 600w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a></p>
<p>In einer engen Straße machen Bauarbeiter Pause von ihrer Arbeit auf der gegenüberliegenden Großbaustelle. Sie schieben sich vor einem <em>pub</em> ein <em>ale</em> unter den stabilen Plastikhut und beißen in dicke Sandwiches. Ich würde wohl auch gern irgendwo sitzen, in der Stille&#8230;</p>
<h3>   London ganz klassisch</h3>
<p>Im Umwenden entdecke ich, daß ich vor einer kleinen Kirche stehe, einem Gebäude aus dem 17. Jhdt., wiederaufgebaut nach dem großen Brand von 1666, wie mir der zuständige Diakon erklärt. Jeden Montag Mittag gibt es hier ein Orgelkonzert; wie schade, es ist Dienstag. Aber er empfiehlt mir, vor allem auch wegen des Bezuges zum Architekten Christopher Wren, St. Mary Abchurch und St. Lawrence Jewry. Dort an der Guildhall wollte ich doch auch noch vorbeistreifen, auch ganz ohne Konzert&#8230;</p>
<p>Leicht verspätet betrete ich St. Lawrence Jewry, den fast quadratischen Raum mit flacher, kassetierter Decke in weiss-goldenem Stuck während Bachs Fuge in g moll erklingt. Allenfalls erkenne ich Bach, später folgen Werke von Britten, Messiaen und Max Reger, heute vorgetragen von zwei Harvard-Studenten, zu Besuch in London. Das Konzert ist gut besucht, in der Regel ältere Menschen aber auch einige junge Paare und Familien mit halbwüchsigen Kindern, in der Pause begrüßt man sich, alte Bekannte offenbar, Gemeindemitglieder.</p>
<p><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/St-Lawrence-Jewery.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-415 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/St-Lawrence-Jewery-300x225.jpg" alt="Christopher Wren St Lawrence Jewry" width="300" height="225" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/St-Lawrence-Jewery-300x225.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/St-Lawrence-Jewery-768x576.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/St-Lawrence-Jewery-1024x768.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/St-Lawrence-Jewery-520x390.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/St-Lawrence-Jewery-740x555.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/St-Lawrence-Jewery.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h3>An der Themse entlang</h3>
<p>Durch die city zurück und über die Themse an &#8220;The Shard&#8221; vorbei. Der ist noch ein gutes Stück höher als der Sky Garden, aber der Besuch kann bis zum nächsten Mal warten. Statt dessen lockt das <em>feeling</em>, bei Shakespeares wenn auch rekonstruiertem Theater zu stehen, seinen -imaginären- Worten zu lauschen und mir das Gedränge auf den Rängen vorzustellen, ganz &#8220;<em>Shakespeare in Love</em>&#8220;-gemäß. Die Promenade an der Themse ist jedoch neuzeitig bespielbar als gefälliger Aussenraum am Flußufer. Auf kulturelle Nutzung hin geplante Städtebauliche Anlage? Wenn es Sommer wäre&#8230;</p>
<p>Es geht nun an der Themse entlang und unter den Gleisen der Canon Street hinweg durch feuchte Backsteingassen, die mittlerweile auch schon von <em>coffeeshops</em> der letzten Generation erobert werden. &#8220;You make too many uncaffeinated decisions&#8221;, behauptet handschriftlich eine Werbetafel. Immerhin geben sie sich einen alternativen Anstrich, bedienen nicht so sehr die <em>posh-and-beauty</em>-Fraktion.</p>
<h3>   Neue und alte Bekannte in The Tate Modern</h3>
<p>Kurz um die Ecke und dann &#8211;</p>
<p><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Tate-M-1-e1518795348284.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-416" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Tate-M-1-e1518795348284-225x300.jpg" alt="Tate Modern London Chimney, entrance" width="154" height="206" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Tate-M-1-e1518795348284-225x300.jpg 225w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Tate-M-1-e1518795348284-768x1024.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Tate-M-1-e1518795348284-520x693.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Tate-M-1-e1518795348284-740x987.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Tate-M-1-e1518795348284.jpg 1536w" sizes="(max-width: 154px) 100vw, 154px" /></a></p>
<p>dann also stehe ich vor The Tate Modern, einem der bekanntesten Museen moderner Kunst.</p>
<p>Auf dem betonierten Vorfeld des ehemaligen Kraftwerks ist der Eindruck des hohen Schlotes überwältigend. Ich bilde plötzlich eine Stromschnelle in der Bewegung der Besucher, ganze Schulklassen streben auf den Eingang zu. Später stellt sich allerdings heraus, es kommen zwar mehr als dreimal so viele Besucher wie ursprünglich veranschlagt, aber die Räume sind nicht überfüllt. Zur Zeit ist eine pyramidenartige Erweiterung als Ziegelkonstruktion im Bau, die Eröffnung soll noch im Sommer stattfinden. *</p>
<p>Der Eingang ungewohnt unspektakulär. Auch innen, es gibt keinen Empfang wie üblich. Eine schlichte Treppe, abgewetztes, geschwärztes Holz, schwarze Brüstung, die Griffleiste vertieft. Auch das nicht spektakulär. Und doch, die indirekte Beleuchtung, die fast grobe Dimensionierung entsprechen auf eindrucksvolle Weise dem Ort. Ein Blick in den langen Turbinenraum, der gerade von einer rampenartigen Installation eingenommen wird; hölzerne, mit Erde gefüllte Dreiecksbeete, in denen mühsam magere Pflänzchen um&#8217;s Überleben kämpfen.</p>
<h3>   Eindrucksvoller Innenraum</h3>
<p>Herzog und DeMeuron als Architekten haben sich bei der Neugestaltung zurückgehalten. Die alten schmalen, hohen Fenster bestimmen die Halle, die an einem Ende noch immer einen Kran beherbergt. Fast wäre man geneigt, sich diesen gewaltigen Raum als völlig leeres Volumen zu wünschen. Zumindest hin und wieder. Später sehe ich in einem Bericht über die Eröffnung eine Installation von Ai WeiWei in der Turbinenhalle. Millionen von Sonnenblumensamen aus Porzellan, von Hand bemalt, in denen die Besucher herumspazieren und sich wälzen durften&#8230;</p>
<p>In den oberen Stockwerken ein Auszug der Sammlungen. Thematisch geordnet. Da finde ich alte Bekannte wie Picasso, Gerhard Richter (z.B. eines der Bilder aus dem Zyklus &#8220;John Cage&#8221;), Marisa Merz und Mark Rothko. Nam Yun Paik, Abramovich. Auch Rebecca Horn mit Arbeiten zu ihren <em>performances</em> mit Federn (1973). &#8220;Kakadu-Maske&#8221;, eine poetische Form des Ausdrucks von Beziehung zwischen Menschen in Zärtlichkeit und Agression.</p>
<p>Und ich schließe interessante neue Freundschaften, durch eine Installation mit Gustav Metzger unter anderem; polarisierende Flüssigkristalle, computerkontrolliert. Eine Skulptur in Eisen macht mich bekannt mit David Smith.</p>
<h3>   Millenium Bridge</h3>
<p><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Millenium-Br-1-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-417 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Millenium-Br-1-1-300x165.jpg" alt="Millenium Bridge, St Paul's cathedral" width="300" height="165" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Millenium-Br-1-1-300x165.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Millenium-Br-1-1-768x421.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Millenium-Br-1-1-1024x562.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Millenium-Br-1-1-520x285.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Millenium-Br-1-1-740x406.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Millenium-Br-1-1.jpg 2033w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Anschliessend zur Milleniumsbrücke -diesem schönen Konstrukt zur Befriedigung menschlicher Sucht nach Überwindung von natürlichen Hindernissen, wie es die Themse für Fussgänger darstellt, von der aus sich die Tate und das Flußufer, im dämmrigen Licht eines Wi<a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/downtown-e1518799603928.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-419 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/downtown-e1518799603928-180x300.jpg" alt="Gasse bei St. Paul's cathedral" width="180" height="300" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/downtown-e1518799603928-180x300.jpg 180w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/downtown-e1518799603928-768x1280.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/downtown-e1518799603928-614x1024.jpg 614w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/downtown-e1518799603928-520x867.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/downtown-e1518799603928-740x1233.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/downtown-e1518799603928.jpg 1920w" sizes="(max-width: 180px) 100vw, 180px" /></a>nternachmittages betrachtet, einen geheimnisvollen Mantel umlegen. Dann bleibt nur noch der Weg um St. Pauls Cathedral herum, durch unerwartet altertümliche Gassen mäandernd zur U-Bahn-Station und zurück nach Kensington.</p>
<h3>   Victoria Street</h3>
<p>Am nächsten Morgen lasse ich meinen Koffer im Depot in Victoria Station und mich doch noch hinreißen zu einem Gang durch Westminster. Die Abbey kann ich leider nicht von innen sehen; die Besucher werden genauestens gefiltert, es findet gerade eine Messe statt. Auch der Besuch von &#8220;The Eye&#8221; wird aus meinem Programm gestrichen, Scharen von Touristen strömen gedrängt über Westminster Bridge, die -richtig- gerade eine Baustelle ist. Ich stehe eine Weile auf der Brücke und betrachte das Geschiebe und Gewoge auf das Riesenrad zu&#8230;, wann ist eigentlich mal Nebensaison in London? Auch auf dem Rückweg Richtung Victoria werde ich noch gebremst in meinem langsam-genussvollen Schlendern, The Houses of Parliament wird von einer Reihe Limousinen der Luxusklasse mit verdunkelten Fenstern angesteuert, Bobbies mit Trillerpfeife und weißen Handschuhen halten das gemeine Volk in respektvollem Abstand.</p>
<p><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Jamie-Olivier-b.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-418 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Jamie-Olivier-b-300x152.jpg" alt="Victoria Street London" width="300" height="152" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Jamie-Olivier-b-300x152.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Jamie-Olivier-b-768x388.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Jamie-Olivier-b-1024x518.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Jamie-Olivier-b-520x263.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Jamie-Olivier-b-740x374.jpg 740w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Das letzte Bonbon dieser Reise entdecke ich dann rein zufällig in der Victoria Street, ein Restaurant von Jamie Olivier, ehe ich mich per U-Bahn, die in weiten Teilen außerhalb der Innenstadt oberirdisch geführt ist und daher einen kleinen, segmentartigen Einblick verschafft, wie es in Greater London aussieht, zum Flughafen transportieren lasse.</p>
<p>Es steht noch vieles auf meiner Liste, für das in diesen zwei Tagen keine Zeit blieb. Das nächste Mal soll es dann kein so spontaner Mini-Trip im Anschluss an einen privaten Besuch werden, sondern ein gut geplanter, längerer Aufenthalt. Allerdings, für einen kurzen Eindruck von der Veränderung Londons seit meinem ersten Besuch vor mehr als dreißig Jahren hat es gereicht. Und reichlich Vorfreude geschürt.</p>
<p>*  timelaps footage über die Bauphase: https://www.dezeen.com/2016/06/21/tate-modern-releases-movie-showing-construction-of-herzog-de-meurons-extension/</p>
<p>Zu Christopher Wren: <a href="https://de.m.wikipedia.org/Wiki/Christopher_Wren">https://de.m.wikipedia.org/Wiki/Christopher_Wren</a></p>
<p>Zu Ai Weiwei Ausstellung Tate Modern: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sunflower_Seeds" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://de.wikipedia.org/wiki/Sunflower_Seeds</a></p>
<p>Info London:</p>
<p><a href="http://www.visitlondon.com/de?ref=header#IqlzofuDjZjJSokb.97">http://www.visitlondon.com/de?ref=header#IqlzofuDjZjJSokb.97</a></p>
<p>alle Fotos: ©Angelika Hermichen</p>
<p>Zu Teil 1: <a href="https://relaunch.ahabaustift.com/reist-nach-london-1/">https://relaunch.ahabaustift.com/reist-nach-london-1/</a></p>
<pre class="western"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Liberation Serif,serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> </span></span></span></span></pre>
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		<title>reist&#8230;   nach London  -1-</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Angelika A. Hermichen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Nov 2016 03:04:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[...reist]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gegen Mittag angekommen in einem kleinen Hotel in Kensington, für zwei Tage nun also in London&#8230; Filigran gestaltete strahlend weisse und schlichtere Backstein-Fassaden der klassizistischen Art mit vier bis fünf Geschossen reihen sich hier in langen Blocks aneinander, steile Treppen führen vom Gehweg unter einen Portikus, hohe, geteilte Fenster nicht nur im höher liegenden Erdgeschoss. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Gegen Mittag angekommen in einem kleinen Hotel in Kensington, für zwei Tage nun also in London&#8230;</p>
<p>Filigran gestaltete strahlend weisse und schlichtere Backstein-Fassaden der klassizistischen Art mit vier bis fünf Geschossen reihen sich hier in langen Blocks aneinander, steile Treppen führen vom Gehweg unter einen Portikus, hohe, geteilte Fenster nicht nur im höher liegenden Erdgeschoss. Mein Zimmer liegt ein Stockwerk tiefer, Gartenebene, steril renoviert mit modernen Möbeln und Parkettboden und Hinterhofausblick auf einen kleinen Rasen, drumherum alte Brandwände aus roten Ziegeln, auf die flach die Sonne fällt.</p>
<p><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Kensington-1-e1518740071127.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-386 alignleft" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Kensington-1-e1518740071127-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Kensington-1-e1518740071127-225x300.jpg 225w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Kensington-1-e1518740071127-768x1024.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Kensington-1-e1518740071127-520x693.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Kensington-1-e1518740071127-740x987.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Kensington-1-e1518740071127.jpg 1536w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a></p>
<h3>   Victoria &amp; Albert</h3>
<p>Den Nachmittag verbringe ich im Victoria &amp; Albert Museum, insbesondere in der Abteilung Architektur der Arts-and-Crafts-Bewegung, vor Schubladen gefüllt mit fein kolorierten Architektur-Zeichnungen und den vielen Modellen jeden Genres, im Flügel des Mittelalters bei einer kompletten Londoner Hausfassade aus Holz und detailliert geschnitzten, riesigen Eingangstüren, bei Möbeln und alltäglichen Gebrauchsgegenständen wie Knöpfen, Taschen, Kleidung in der Abteilung Asien. Beim Verlassen des Gebäudes stoße ich auf einen smarten Herrn, Jason, leider in Marmor und aus der Renaissance um 1600.</p>
<p><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Harrods.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-385 size-medium alignright" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Harrods-244x300.jpg" alt="" width="244" height="300" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Harrods-244x300.jpg 244w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Harrods-768x945.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Harrods-832x1024.jpg 832w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Harrods-520x640.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Harrods-740x911.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Harrods.jpg 1376w" sizes="(max-width: 244px) 100vw, 244px" /></a></p>
<p>Gleich in der Nähe liegt Harrods. Der Bau im Stil des Eklektizismus ist in diesen spätnachmittäglichen Winterstunden beleuchtet wie ein zu einem Fest geschmückter Palast. Und das ist dieses Kaufhaus ja wohl auch. Die in farbenfrohem Jugendstil gestalteten <em>Food Halls</em> im Erdgeschoß sind sowohl innenarchitektonisch als auch kulinarisch bestimmten Themen zugeordnet. Die überbordende Dekorationslust, die sich an Wänden und Decken zeigt, schlägt sich auch in der Darbietung der Waren nieder, kleine Brötchen werden wie Pralinen angeboten, Pralinen wie Schmuckstücke dekoriert. Hier unten herrscht geschäftige Enge. In den oberen Stockwerken dagegen kann ich unbehelligt durch die Räume und Säle wandern, in denen es alles zu kaufen gibt, was gut und teuer ist. Es ist still hier, kaum ein Dutzend Menschen begegnen mir. In dieser Preisklasse wird Muße zelebriert.</p>
<h3>   Unterwegs bei Büroriesen</h3>
<p>Am nächsten Tag dann bin ich im Zentrum&#8230;<br />
Er beginnt ganz elegant beim Café im Sky Garden, mit gewaltigem Blick auf ganz London. Eigentlich muss man den Besuch drei Wochen vorher buchen, unter Angabe von Passnummer und Wohnort. Aber auf einer  interaktiven Webseite zu Londons Sehenswürdigkeiten hatte ich den Hinweis entdeckt, dass man auch ohne Anmeldung um 10 Uhr erscheinen kann, dann würde eine gewisse Anzahl Besucher vorab eingelassen. Ich bin pünktlich dort und werde vor all denen, die reserviert hatten, im Lift in den obersten Stock katapultiert.</p>
<p>Das Gebäude hat nicht nur seiner Form wegen -die Londoner haben dem mit einem Preis für das hässlichste Gebäude ausgezeichneten Hochhaus den Namen „Walkie-Talkie-Tower“ gegeben- Schlagzeilen gemacht. Die konkav gewölbte Süd-Fassade verursachte durch Bündelung von Sonnenstrahlen Schäden an Kunststoffteilen von in der Nähe geparkten Autos, sodass sie nachträglich mit Beschattungslamellen ausgerüstet werden musste (<span class="reference-text"><i>Bau im Spiegel</i> in FAZ vom 5. September 2013, Seite 28, Quelle: Wikipedia).</span> Ein gewaltiger Glaskasten bildet den Abschluss, der auf mehreren Ebenen wie ein Gewächshaus gestaltet ist. Incl. botanischer Beschriftungen.</p>
<p><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/1-Sky-Lounge-12.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-387 alignright" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/1-Sky-Lounge-12-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/1-Sky-Lounge-12-300x225.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/1-Sky-Lounge-12-768x576.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/1-Sky-Lounge-12-520x390.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/1-Sky-Lounge-12-740x555.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/1-Sky-Lounge-12.jpg 800w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Ein blondes Mädel in feuerrotem Mäntelchen kann auf der schmalen Außenterrasse gerade noch ein Foto mit wehendem Langhaar per selfie-stick in Richtung Westminster schießen, ehe der Wachmensch anrückt und sie höflich auffordert, das doch bitte zu unterlassen. Englische Erziehung, ausgesucht zuvorkommend; die Benutzung von Selfie-sticks ist auf der Terrasse verboten!</p>
<h3>   London im Weitwinkel</h3>
<p>Ich lasse mich drinnen für einen Kaffee auf einem stylischen, unbequemen Sofa nieder, draussen London bis zum Horizont. Und der ist hier schon ganz schön weit. Notting Hill in der Ferne hüllt sich zwar in einen feinen Dunstschleier, aber sonst liegt sie ganz prächtig da, die Schöne. Die alten und neuen Architekturhighlights drumherum aneinandergereiht oder scheinbar ineinander verwoben im Gedränge rechts und links des Flusses.</p>
<p>Anschliessend umrunde ich &#8220;The Gherkin&#8221; (die Gurke), eigentlich Swiss Re Tower, der Architekten Foster und Shuttleworth, ein beeindruckend schönes Beispiel, was Architektur als Ingenieurleistung mit CAD-Unterstützung hervorbringen kann. Eingefügt zwischen Gebäuden des 18. bis frühen 20. Jahrhunderts, perfekt in Proportion und Gestaltung, kontrastreiche, gleichwohl harmonische, angemessene Antwort auf die Umgebung. Daneben der Leadenhall Tower, der &#8220;Käsehobel&#8221;. Eher abweisend und steril bleibt er eine Demonstration poesieloser technischer Architektur.</p>
<div id="attachment_389" style="width: 235px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Leadenhall-3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-389" class="wp-image-389 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Leadenhall-3-e1518740943445-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Leadenhall-3-e1518740943445-225x300.jpg 225w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Leadenhall-3-e1518740943445-768x1024.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Leadenhall-3-e1518740943445-520x693.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Leadenhall-3-e1518740943445-740x987.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Leadenhall-3-e1518740943445.jpg 1536w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><p id="caption-attachment-389" class="wp-caption-text">Leadenhall, the &#8220;cheese grater&#8221;.</p></div>
<h3>Platzgestaltung durch Installationen, durchaus philosophisch&#8230;</h3>
<div id="attachment_390" style="width: 232px" class="wp-caption alignright"><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Bei-Gherkin-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-390" class="wp-image-390" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Bei-Gherkin-2-225x300.jpg" alt="" width="222" height="296" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Bei-Gherkin-2-225x300.jpg 225w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Bei-Gherkin-2-768x1024.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Bei-Gherkin-2-520x693.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Bei-Gherkin-2-740x987.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Bei-Gherkin-2.jpg 1536w" sizes="(max-width: 222px) 100vw, 222px" /></a><p id="caption-attachment-390" class="wp-caption-text">The &#8220;gherkin&#8221; inmitten der 20er Jahre Bebauung</p></div>
<p>Drumherum Kunst.<br />
Ai Wei Weis xxxFahrräder und Werke anderer Künstler, aber auch ganz praktische Kunst: steinerne Platzmöblierung aus Granit auf deren Sitzflächen sinnfällige Texte eingraviert sind. Vielleicht ist das ein besonders guter Weg, Poesie bzw. philosophische Gedanken zu verinnerlichen&#8230;. über die eigene Kehrseite, nicht intellektuell über den Kopf, sondern sein Gegenteil. Ich setze mich mal probehalber hin, eher um mich auszuruhen, trotz des kalten Steins mal die Beine auszustrecken. Aber der Text, der mich angesprochen hatte, turnt dann doch eher im Kopf herum&#8230;.</p>
<div id="attachment_391" style="width: 235px" class="wp-caption alignright"><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Ai-Weiwei-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-391" class="wp-image-391 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Ai-Weiwei-2-e1518743741312-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Ai-Weiwei-2-e1518743741312-225x300.jpg 225w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Ai-Weiwei-2-e1518743741312-768x1024.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Ai-Weiwei-2-e1518743741312-520x693.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Ai-Weiwei-2-e1518743741312-740x987.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Ai-Weiwei-2-e1518743741312.jpg 1536w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><p id="caption-attachment-391" class="wp-caption-text">Ai Weiwei &#8220;Bikes&#8221;</p></div>
<p>Das Fotografieren der Gurke wird argwöhnisch beobachtet von einem Bewacher, der mich darauf hinweist, dass ich wohl Aufnahmen des Gebäudes von außen machen dürfe, nicht jedoch versuchen solle, das Innere anzupeilen. Was sollte es da wohl zu spionieren geben? Die Damen am Empfang sitzen in großem Abstand von einander vor einer von hinten beleuchteten Wand, die sie selbst nur als Objekte, nicht als Personen erscheinen lässt. Ihre Funktion wird betont durch Empfangstresen und Computer, hinter denen sie praktisch verschwinden. Als Besucher hört man wahrscheinlich allenfalls ihre Stimmen &#8211; ein Blick in die Augen, ein Lächeln? Vielleicht eine Geste&#8230;<br />
Der Wachmann vor der Tür, der mich unablässig aus den Augenwinkeln beobachtet, hat einen deutschen Schäferhund neben sich. Ein fühlendes Wesen, immerhin.</p>
<div id="attachment_393" style="width: 235px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/The-Gherkin-8.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-393" class="wp-image-393 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/The-Gherkin-8-e1518745076541-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/The-Gherkin-8-e1518745076541-225x300.jpg 225w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/The-Gherkin-8-e1518745076541-768x1024.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/The-Gherkin-8-e1518745076541-520x693.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/The-Gherkin-8-e1518745076541-740x987.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/The-Gherkin-8-e1518745076541.jpg 1536w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><p id="caption-attachment-393" class="wp-caption-text">The &#8220;gherkin&#8221;</p></div>
<h3>   Altes und Neues</h3>
<p>Zwischen all den hohen modernen Gebäuden der letzten 10, 15 Jahre überdauern &#8211; noch immer- einzelne Gebäude aus den 1920ern und kleine Kirchen aus dem 15. Jhdt. Auch ein eingeklemmter, mittelalterlicher Turm, der derzeit als Versammlungsraum der Weight Watchers Gruppe Central London genutzt wird, die die mittlerweile betonierte Plattform drumherum liebevoll mit vereinzelten Topfpflanzen dekoriert. Trauriges Manifest eines eisernen Überlebenswillens inmitten neuzeitlicher merkantiler Hochleistungskonzepte, die für kulturelle Sentiments wenig Verwendung weiß.<br />
Da falle ich von einem Jahrhundert in ein anderes, die Geschwindigkeit des Wechsels irritiert.</p>
<p>Ich flüchte in einen fast-food-laden der letzten Generation. &#8220;Prêt-a-Manger&#8221; verspricht organic coffee &#8211; natural food. Das, neben dem französischen Namen, suggeriert Qualität und Tradition. Das Lokal ist eher klein, wie soll das gehen&#8230;? Später stelle ich fest, es gibt wahrscheinlich hunderte davon in London. Ich sitze auf einem immerhin hölzernen Barhocker, an einem hölzernen Stehtischchen. Offenbar bin ich gerade rechtzeitig vor der allgemeinen Lunchpause erschienen. In kurzer Zeit bildet sich vor der (Holz-Glas) Theke eine lange, akkurate Schlange. Die Koffermänner in ihren adretten Anzügen warten geduldig, bis sie bei Bedienung 1 ihre Bestellung aufgeben können, um sich dann in Schlange no. 2 einzureihen, wo sie ihre sushis, scones, french fries oder baguettes in einer ökologisch korrekten Papiertüte in Empfang nehmen. Es gibt einige, die auch dabei noch einhändig die Zeitung lesen, ganz entspannt.</p>
<h2>   Tanz im Bankenviertel</h2>
<p>Durch das Fenster beobachte ich den Verkehr an der Kreuzung, viele Taxis, rote Busse, die meisten davon in attraktivem neuen Design, asymmetrische Fenster-Gestaltung im hinteren Teil, auffällige Linienbezeichnung. Die alten verschwinden also auch immer mehr. Wenigstens sind sie noch immer doppelstöckig.<br />
Die Menschen, die über die Kreuzung driften, sind zu 98 % schwarz gekleidet, davon sind 75 % männlich, wir befinden uns im Geschäftszentrum Londons. Drei orangefarbene Sainsbury&#8217;s-Tüten tauchen plötzlich auf und wirken wie ein Signal; allerdings werden sie von (schwarz gekleideten) Frauen getragen. 15 Minuten später erscheint ein vereinzelter männlicher Mensch in rotem Anorak.<br />
Surrealismus in Echtzeit.</p>
<p><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Bankviertel.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-394 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Bankviertel-237x300.jpg" alt="" width="237" height="300" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Bankviertel-237x300.jpg 237w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Bankviertel-768x971.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Bankviertel-810x1024.jpg 810w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Bankviertel-520x657.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Bankviertel-740x935.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/Bankviertel.jpg 1641w" sizes="(max-width: 237px) 100vw, 237px" /></a></p>
<p>Nach meinem genussvollen, wenn auch fast(-food) lunch lasse ich mich durchs Bankenviertel treiben. Hier scheint die schwarze, maximal mit kleinsten weißen Dekorationen versehene Kleidung eine Art Passierschein zu sein. Ich gerate in eine fußläufige Verbindung zwischen zwei Haupstraßen und befinde mich abrupt in einem Szenario wie aus einem satirischen Film à la M. Hulot. Hohe Glas- und Aluminium-Fassaden, glatter grauer Granit als Straßenbelag, schwarzweiße Menschen in ausgreifenden Schritten von links nach rechts und umgekehrt, von schräg hinten nach vorn, seitwärts vorbei und am Rand verschwindend; immer die gleiche angemessene Geschwindigkeit, wie von einer Uhr vorgegeben. Und &#8211; Stille. Kein Hupen, kein Reifengequietsche. Auch keine Telefongeräusche. Die vereinzelten Statisten, die dem beständigen Bewegungsfluß die Akzente geben, stehen mit dem kleinen Kästchen in der Hand still auf einem Fleck und lauschen in Kopfhörer, die sie mit der Welt des Lärm draußen verbinden. Der stille Tanz um sie herum geht weiter&#8230;</p>
<h3>   Leadenhall Market</h3>
<p>Die Bewegung schwemmt mich in ein altertümliches Straßengeviert. Roter und Goldener Stuck, kannelierte Säulen unter blaugoldener Kuppel, kleingefaßte Fensterscheiben und Messinggriffe illustrieren traditionellen Luxus. Ich habe gerade noch die eleganten Auslagen bewundert, z. B. einen edlen Montblanc-Füller auf schwarzsamtenem Polster, als mir an der Ecke eine Warteschlange auffällt. Oh diese Engländer! Für alles stehen sie brav in einer Reihe, am Bus, vor der Sushi-Theke und nun hier &#8211; vor einem Schuhputzerstand! Zwei junge Frauen hocken hinter den edlen, aufgebockten Fußstützen, um sich herum ordentlich aufgereiht vielfarbige Schuhcrèmes und alle Sorten kleiner und großer Bürsten und Stoffstreifen. Und während sie sich mit Verve den alten und neuen Fußbekleidungen widmen, vertreibt eine lockere Unterhaltung die Zeit. Mein Nachbar lässt ältere und offensichtlich weitgetragene Kurzstiefel bearbeiten, das braucht Geduld, derweil er von seinen merkwürdigen Erlebnissen als vorübergehender Neubürger in Deutschland erzählt. Ach, er war in Berlin, na, das ist vielleicht ja gar nicht wirklich &#8220;Deutschland&#8221;&#8230;</p>
<div id="attachment_331" style="width: 281px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/07/1-shoe-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-331" class="wp-image-331" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/07/1-shoe-1-300x225.jpg" alt="Leadenhall Market Schuhputzer" width="271" height="203" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/07/1-shoe-1-300x225.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/07/1-shoe-1-768x576.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/07/1-shoe-1-520x390.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/07/1-shoe-1-740x555.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2017/07/1-shoe-1.jpg 800w" sizes="(max-width: 271px) 100vw, 271px" /></a><p id="caption-attachment-331" class="wp-caption-text"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1120 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/640px-Leadenhall_Market_In_London_-_Feb_2006_rotated-300x203.jpg" alt="Foto  David ILIFF. License: CC-BY-SA 3.0" width="300" height="203" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/640px-Leadenhall_Market_In_London_-_Feb_2006_rotated-300x203.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/640px-Leadenhall_Market_In_London_-_Feb_2006_rotated-520x353.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2016/11/640px-Leadenhall_Market_In_London_-_Feb_2006_rotated.jpg 640w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /> Foto David ILIFF. License: CC-BY-SA 3.0 Wikipedia.org</p></div>
<p>Meine <em>Camper</em> sind relativ neu, das Säubern, Crèmen, Bürsten und Polieren ist bald erledigt. 5 £ entlohnen den hervorragenden Job und ich bin wieder bereit für neue Entdeckungen.</p>
<p>Anmerkung:</p>
<p>Info London  <a href="https://www.visitlondon.com/#I3CmP6pbYwrrRVvA.97">https://www.visitlondon.com/#I3CmP6pbYwrrRVvA.97</a></p>
<p>Zu Ai Weiwei siehe auch  <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ai_Weiweii">https://de.wikipedia.org/wiki/Ai_Weiwei</a></p>
<p>Zu &#8220;The Gherkin&#8221; <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/30_St_Mary_Axe">https://de.wikipedia.org/wiki/30_St_Mary_Axe</a></p>
<p>Leadenhall Market <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leadenhall_Market">https://de.wikipedia.org/wiki/Leadenhall_Market</a></p>
<p>Zu Teil 1: <a href="https://relaunch.ahabaustift.com/reist-nach-london-1/">https://relaunch.ahabaustift.com/reist-na</a></p>
<p>Alle Fotos sofern nicht anders angegeben: ©Angelika Hermichen</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ahabaustift.com/reist-nach-london-1/">reist&#8230;   nach London  -1-</a> erschien zuerst auf <a href="https://ahabaustift.com">aha ... ein baustift</a>.</p>
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