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	<title>...denkt Archive | aha ... ein baustift</title>
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	<description>Gedanken zu Architektur und Design</description>
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		<title>Eine deutsche Architektin in Spanien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Angelika A. Hermichen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 May 2019 19:57:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[...auf Mallorca]]></category>
		<category><![CDATA[...baut]]></category>
		<category><![CDATA[...denkt]]></category>
		<category><![CDATA[Architekt]]></category>
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		<category><![CDATA[Baustelle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Ganz schön mutig!“, das waren viele Kommentare in meinem Bekanntenkreis nicht nur zu meinem späteren Werdegang als deutsche Architektin in Spanien, sondern bereits als ich mitteilte, dass ich im fortgeschrittenen Alter während meiner Berufstätigkeit als Designerin noch einmal anfangen würde mit einem Studium. Architektur. Mir selbst war auch nicht so ganz klar, wie sich das [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>„Ganz schön mutig!“, das waren viele Kommentare in meinem Bekanntenkreis nicht nur zu meinem späteren Werdegang als deutsche Architektin in Spanien, sondern bereits als ich mitteilte, dass ich im fortgeschrittenen Alter während meiner Berufstätigkeit als Designerin noch einmal anfangen würde mit einem Studium. Architektur. Mir selbst war auch nicht so ganz klar, wie sich das auf die Dauer gestalteten würde. Meine Kommilitonen und Kommilitoninnen hätten ja allesamt meine Kinder sein können. „Je öller, je döller.“ warf mir dann auch eine 20jährige hin, als ich ihr Pool-Liegen-Handtuch-Reservierungsgehabe für sie selbst und ihre drei Kolleginnen im Hörsaal ignorierte und mich mit der Nonchalance der älteren Brillenträgerin zur rechten Zeit in passender Distanz zum Dozentenpult niederliess.  </p>



<p>Recht hatte sie!
Aber nein, nicht tollkühn und mutig fand ich das. Jedoch ein
Studium, das mir auf dem Silbertablett serviert worden war, einfach
so abzulehnen, das hätte ich mutig gefunden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Zementfliese-alt-b-1010x1024.jpg" alt="alte Zementfliese" class="wp-image-1210" width="188" height="191" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Zementfliese-alt-b-1010x1024.jpg 1010w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Zementfliese-alt-b-296x300.jpg 296w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Zementfliese-alt-b-768x779.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Zementfliese-alt-b-520x527.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Zementfliese-alt-b-740x750.jpg 740w" sizes="(max-width: 188px) 100vw, 188px" /><figcaption>alte Zementfliese, Dorfhaus Felanitx</figcaption></figure></div>



<h2 class="wp-block-heading">Ganz schön mutig&#8230;</h2>



<p>„Ganz schön mutig!“ kam die Ansage aus dem Freundeskreis, als ich mit dem mir liebsten Menschen aufbrach in eine neue Heimat auf einem Eiland mitten im Meer. In Spanien. Mallorca, Hauptinsel der Balearen. Nicht mutig, sondern vertrauensvoll war ich. </p>



<p>Als deutsche Architektin in Spanien, in einem traditionellen Männerberuf &#8211; sicher war das nicht einfach zu handhaben. „Macholand“ aus Tradition, ein Klischee, dessen man sich in Mitteleuropa gerne bedient.  </p>



<p>„Ganz schön mutig!“ klang nicht mehr an, als ich nach einigen Jahren Arbeit in einem mallorquinischen Architekturbüro feststellte, dass ich dort keine Zukunft (mehr) hatte und notgedrungen beschloss, mich selbständig zu machen. Obwohl ich selbst das tatsächlich mutig fand.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><em>forasteros</em> und <em>extranjeros</em></h2>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Treppe-neu-644x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1231" width="229" height="364" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Treppe-neu-644x1024.jpg 644w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Treppe-neu-189x300.jpg 189w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Treppe-neu-768x1221.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Treppe-neu-520x827.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Treppe-neu-740x1176.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/Treppe-neu.jpg 1913w" sizes="(max-width: 229px) 100vw, 229px" /><figcaption>Treppe in Dorfhaus in Felanitx</figcaption></figure></div>



<p>Eine Insellage fördert im allgemeinen die Abgrenzung nach außen, festigt althergebrachte Verhaltensweisen und Rituale und macht nicht unbedingt aufgeschlossen für Zuwanderer. Zumal die Inseln im Mittelmeer, vor allem die, die Jahrhunderte lang von strategischem Interesse gewesen waren, immer wieder Invasion und Besatzung erlebt und sich daher durch Abschottung zu schützen gelernt hatten. </p>



<p>„Schauen wir erst einmal, was uns die Neulinge zu bieten haben, dann sehen wir weiter.“ Eine verbreitete Verhaltensweise. Die auch heute noch spürbar ist den <em>forasteros</em> und <em>extranjeros</em> gegenüber, den so fremden Festlandspaniern und den Ausländern.</p>



<p>Mein erster Kunde beauftragte mich, weil er eine umfassende Baubetreuung für seinen von mir entworfenen Neubau brauchte. Er lebte in Deutschland und konnte nicht viel vor Ort sein. Da war meine Beratung als deutsche Architektin in Spanien willkommen, die zudem Hilfestellung leisten konnte in den örtlichen Ämtern und Behörden. Aufklärung über „was geht“ und „was geht nicht“ lag an. Und das nicht nur was Planung, Baudetails und Materialien betraf, sondern auch sinnvolle Vorgehensweise im Umgang mit Technikern und Dienstleistern, Beamten, Nachbarn. Basic now-how in allen anfallenden Situationen, denen sich nicht ansässige Bauherren plötzlich ausgesetzt sehen. Ein paar, wenn auch längere Ferienaufenthalte können den entscheidenden Einblick in Leben und Arbeiten nicht liefern, sei das anfängliche Bemühen um Verständnis auch noch so groß.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der spanische Mann</h2>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/hahn-pixabay-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-1215" width="217" height="144" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/hahn-pixabay-1024x683.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/hahn-pixabay-300x200.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/hahn-pixabay-768x512.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/hahn-pixabay-390x260.jpg 390w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/hahn-pixabay-520x347.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/hahn-pixabay-740x493.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/hahn-pixabay.jpg 1920w" sizes="(max-width: 217px) 100vw, 217px" /><figcaption>foto: pixabay</figcaption></figure></div>



<p>Und ich traf auf einen Bauunternehmer, der nicht Mallorquiner war, sondern Festlandspanier, was, wie ich zunächst annahm, den Härtetest für eine Architektin bedeuten konnte. Erst später lernte ich, dass dies im Hahnenkampf-Ritual praktisch keinen Unterschied macht. Mallorca oder Festland, der spanische Mann ist die Krone der Schöpfung, wie ihm das noch bis in die 90er Jahre von der Mutter über der Wiege eingeflüstert wurde. </p>



<p>Daran ist nicht zu rütteln. Also benimmt er sich entsprechend seines Auftrags, streckt den Rücken wie schon alle männlichen Mitglieder der Gesellschaft vor ihm und vergewissert sich noch kurz des Vorhandenseins seiner edelsten Teile, ehe er sich hinaus in den alltäglichen Kampf um Ruhm und Ehre stürzt, derweil seine Angetraute sich nach außen hin charmant hinter ihrem Fächer versteckt….  mit dem sie zuhause jedoch energisch auf den Tisch klopft und das Familienleben damit wieder zur normalen (weiblichen) Familien-Ordnung zurückbefördert.  </p>



<h2 class="wp-block-heading">Baurituale</h2>



<p>So stand ich eines Tages auf dem Hügel hinter Manacor mit Blick über die Ebene mit ihren alten Steinhäusern und von niedrigen Trockenmauern umgrenzten Feldern bis zum tiefblauen Meer. Der Bauunternehmer freundlich bestimmt, die Bauarbeiter abwartend gelassen. Ich selbst angespannt erwartungsvoll. Im Rücken den begonnenen Rohbau des Hauses und zwei frühstückende Bauarbeiter. Eine heilige Handlung, die es galt zu respektieren und damit dauerhaft die Basis für ein gutes Arbeitsklima zu schaffen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/arco-ventana-original-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1217" width="314" height="419" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/arco-ventana-original.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/arco-ventana-original-225x300.jpg 225w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/arco-ventana-original-520x693.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/arco-ventana-original-740x987.jpg 740w" sizes="(max-width: 314px) 100vw, 314px" /></figure></div>



<p>Schon beim einige Jahre zuvor abgeschlossenen Umbau meines eigenen, 200 Jahre alten Dorfhauses hatte ich mir angewöhnt, den Baurundgang zunächst mit Fragen zu beginnen. „Warum?“, „wie?“, „was?“, „womit?“ führten immer schnell zum Kernpunkt. „Warum ist diese Türöffnung nicht so breit wie im Plan eingezeichnet?“ lässt Spielraum für phantasievolle Begründungen der Arbeiter. Ein kurzer, freundlicher Satz ohne weiteren Kommentar, dann kann man zur plangerechten Regulierung schreiten.  </p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum? Wie? Womit?</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Eine deutsche Architektin in Spanien &#8211; Lernphase</h3>



<p>Ein „Warum macht ihr das so?“ bot allerdings Einstieg in althergebrachte mallorquinische Bautechnik. In anderen Fällen in einen Exkurs in deutsche Baudetails. Denn vor allem schien mir wichtig, nicht den deutschen Besserwisser herauszukehren, sondern echtes Engagement der oft nur angelernten Bauarbeiter zu provozieren. Der Beruf des Maurers war bislang kein Lehrberuf in Spanien, learning by doing, <em>aprender por experiencia</em> war die Devise. </p>



<p>So verbrachte ich viel Zeit damit, den Arbeitern vor Ort Details z.B. in der Ausführung von Abdichtungen zu zeigen. Um die Motivation zu stärken und mir als deutsche Architektin in Spanien im günstigsten Fall eine „eigene“ Mannschaft heranzuziehen, lieferte ich die Begründung dazu und vergewisserte mich, dass sie verstanden hatten, worum es ging. Ich dagegen lernte von ihnen den Umgang mit Marès, dem hiesigen Sandstein, mit Kalkputz und <em>traspol</em>, dem einfachen, von Hand geglätteten Zementboden, wie er seit Generationen in den alten Häusern verlegt wird. </p>



<p>Wir lernten von einander, aufmerksam, respektvoll.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/traspol-1-1-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-1218" width="357" height="268" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/traspol-1-1.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/traspol-1-1-300x225.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/traspol-1-1-768x576.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/traspol-1-1-520x390.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/traspol-1-1-740x555.jpg 740w" sizes="(max-width: 357px) 100vw, 357px" /></figure></div>



<p>Ich hatte vor Baubeginn damit gerechnet, dass es vom einen oder anderen Mitarbeiter Vorbehalte und Zögern geben würde und den Bauunternehmer dazu befragt. „Gibt es viele weibliche Architekten auf dem Bau auf Mallorca, daß sie da so problemlos darauf einsteigen?“ „Ach nein,“ meinte er, „das ist es nicht allein. Sie sind es einfach von Zuhause gewohnt, daß die Mutter und später die Ehefrau das Sagen hat.“ Eine Diskrepanz zwischen traditioneller Erziehung also, die sich im öffentlichen Leben manifestiert und maskulin gestrickt ist und privatem Familienleben, in der ganz andere Regeln herrschen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umstrukturierung</h2>



<p>Tatsächlich hat sich seit den 90er Jahren nicht nur auf den Baustellen und in der Architektur in Spanien viel verändert. Mittlerweile gibt es viele Frauen, die das Erbe der Familie verwalten. Die von den vermögenden Vätern ohne Zögern als Vorstand ihrer Firmen eingesetzt und in Aufsichtsräte berufen wurden. Eine Reihe hochrangiger, einflussreicher Posten spanischer Firmen sind derzeit weiblich besetzt, so viele wie sonst selten in Europa.</p>



<p>Das stärkt das
Selbstbewusstsein der Frauen auch auf der Insel. 
</p>



<p>Jahrhunderte lang waren die Frauen der Insel auf sich allein gestellt während die Männer als Schiffsführer, Fischer, Navigatoren und Kartographen manchmal über Jahre auf See unterwegs waren. Sie hatten die praktische Oberhoheit zuhause. In den kleinen Familienverbänden ebenso wie auf den großen <em>posesiones</em>, den großen Landgütern, die nicht selten 40 bis 50 arbeitende Personen um den Mittagstisch versammelten. Und sie wußten die Angelegenheiten der Besitzungen bezüglich Produktivität und Vermarktung geschickt zu regeln. Auch heute noch gehen die Liegenschaften alter Familien auf dem Land häufig in weibliche Hand über. Und das nicht nur, wenn kein männlicher Nachfolger bereit steht.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/change-gerdaltmann-pixa-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1220" width="278" height="156" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/change-gerdaltmann-pixa-1024x576.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/change-gerdaltmann-pixa-300x169.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/change-gerdaltmann-pixa-768x432.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/change-gerdaltmann-pixa-520x293.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/change-gerdaltmann-pixa-740x416.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2019/05/change-gerdaltmann-pixa.jpg 1920w" sizes="(max-width: 278px) 100vw, 278px" /><figcaption>foto: gerd altmann pixabay</figcaption></figure></div>



<h2 class="wp-block-heading">&#8230;im Kleinen wie im Großen</h2>



<p>Die Vereinigung der noch in Privatbesitz befindlichen Gutshöfe, die bisher nicht zu Hotels umgewandelt wurden, bietet unter dem lable „Itinerem, Ruta Cultural de las Possessións de Mallorca“ geführte Besuche auf historischen Landsitzen an, die einen erlebenswerten Einblick in früheres und heutiges Wirtschaften auf dem Lande geben. Und damit in die bestehenden Strukturen und ihren Wandel, familiär und gesellschaftlich.</p>



<p>Der Anteil der Architektinnen, die aktuell (Stand Mai 2019) in der Architektenkammer der Balearen insgesamt in Palma organisiert sind, beträgt 26,6% , wobei dies nur die selbständig arbeitenden auflistet. Mit den in Arbeitsgemeinschaften arbeitenden Architektinnen und den angestellten Mitarbeiterinnen, die nicht in der Kammer eingetragen sein müssen und daher hier nicht berücksichtigt sind, stellen sie sicher einen wesentlich größeren Anteil. Bei den Fortbildungsveranstaltungen der Kammer jedenfalls erscheint rein optisch das Geschlechterverhältnis meist relativ ausgeglichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Frage der Zeit</h2>



<p>Auch im politischen Leben zeigt sich die Stärke der Frauen. In vielen Gemeinden gibt es einen weiblichen <em>alcalde, </em>eine Bürgermeisterin, und den Ministerpräsidentenposten der Balearen hat mit Francina Armengol derzeit wieder einmal eine Frau inne. Darüber hinaus stellen sich in manchen Gemeinden in diesem Jahr erstmalig, oder wie im Falle der deutschen Sozialistin Susanna Moll zum wiederholten Male, im Herbst Ausländerinnen zur Wahl in den Stadtrat.  </p>



<p>Es wird nur eine Frage der Zeit sein, dass sich die mallorquinische Gesellschaft auch in diesem Bereich umbaut. Die junge Generation, die hier heranwächst, ist tatsächlich bereits sehr durchmischt, hat eine internationale Herkunftsstruktur. Auch dies wird die Position der Frau in der Gesellschaft, im beruflichen und im politischen Leben weiter stärken.  </p>



<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..</p>



<p>Weiterführende Informationen:</p>



<p>Bauen auf Mallorca  <a href="https://relaunch.ahabaustift.com/denkt-ueber-den-mallorquinischen-stil/">https://relaunch.ahabaustift.com/denkt-ueber-den-mallorquinischen-stil/</a></p>



<p>Vereinigung der Landgüter <a href="https://fundacion-itinerem.org/">https://fundacion-itinerem.org/</a></p>



<p>Alle Fotos, sofern nicht anders bezeichnet  ©A.Hermichen</p>
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			</item>
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		<title>Wie es wirklich ist&#8230;.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Angelika A. Hermichen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Jun 2018 16:15:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[...denkt]]></category>
		<category><![CDATA[Architekt]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine gemeinsame Arbeit von Architekt und Bauherr ist es, die gute Wohnhäuser entstehen lässt. Viele Menschen haben ein unbestimmtes Bild von der Arbeit eines Architekten. Idealerweise ist er für sie ein künstlerischer Mensch, der nach einem nicht allzu langen Studium einem zahlungskräftigen Bauherrn in einem Augenblick einen Entwurf in leichter Hand zu Papier bringt und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine gemeinsame Arbeit von Architekt und Bauherr ist es, die gute Wohnhäuser entstehen lässt. Viele Menschen haben ein unbestimmtes Bild von der Arbeit eines Architekten. Idealerweise ist er für sie ein künstlerischer Mensch, der nach einem nicht allzu langen Studium einem zahlungskräftigen Bauherrn in einem Augenblick einen Entwurf in leichter Hand zu Papier bringt und dem Bauherrn  so zu seinem Traumhaus verhilft. Der wie mit einem Zauberstab aus der Ferne Bauunternehmer und Handwerker in einen Tanz vereint, um Pläne in Realität zu verwandeln. Oder der, nächtelang mit starkem Kaffee um seinen Nachtschlaf gebracht, aussergewöhnliche Ideen für aussergewöhnliche Bauaufgaben für Wettbewerbe erarbeitet…</p>
<h3>    Intensives Studium</h3>
<p>Die Realität sieht meist anders aus. Das mehrjährige Studium fordert ein hohes Mass an Arbeitseinsatz von Beginn an. Die Arbeit in einem Architekturbüro ist mehr von der Persönlichkeit des Inhabers geprägt als von der Finanzkraft der Bauherren (obwohl auch das in manchen Fällen einen gewissen Einfluss hat). Und die 48-Stunden-Marathons im Wettbewerbsrausch sind nicht die Regel, jedoch fordert auch die Bewältigung der normalen Arbeiten im Büro oder in den Seminaren vollen zeitlichen Einsatz.</p>
<p>So erlebte ich das Architekturstudium nach meiner Berufstätigkeit als Designerin für private Auftraggeber und im Laden- und Messebau nun als neue Herausforderung.</p>
<p>Bauphysik und Bauchemie, Baustoffkunde, Tragwerklehre (üblicherweise als Statik bezeichnet) waren ja nicht so aus dem Handgelenk abzuhandeln. Hinzu kam die Informatik. Umsteigen von den von Hand in Bleistift und Tusche an der Reißschiene gezeichneten Plänen zu Monitor und Maus. Eine Zeit von lernend durchwachten Nächten und arbeitsintensiven Wochenenden.</p>
<p>Architekturgeschichte, Denkmalpflege, Zeichentechnik in der verfeinerten dreidimensionalen Darstellung historischer Bauten und das Freihandzeichnen – gleichermassen interessant und fordernd wie auch ausgleichend.</p>
<p>Im Tagesgeschäft eines eigenen Büros stellt sich dann schnell ein neuer Rythmus ein. Der Entwurf wird verdrängt von anderen Teilbereichen einer Bauaufgabe. Administratives vor allem will bewältigt werden, vielfältige Aufgaben, die sich um Grundstücke und Bebauung drehen und immer individuelle Lösungen verlangen. Und die Entwurfstätigkeit oft in den Hintergrund drängen.</p>
<div id="attachment_672" style="width: 272px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-672" class="wp-image-672 size-medium" title="Nicht bewusst ist, dass es die gemeinsame Arbeit von Architekt und Bauherr ist, die gute Architektur entstehen lässt." src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/03/jacobson-villa_145950_by-seierseier_piqs_de-262x300.jpg" alt="Wie es wirklich ist, Arne Jacobsen, Architekt für Bauherrn Steinthal" width="262" height="300" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/03/jacobson-villa_145950_by-seierseier_piqs_de-262x300.jpg 262w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/03/jacobson-villa_145950_by-seierseier_piqs_de-520x595.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/03/jacobson-villa_145950_by-seierseier_piqs_de.jpg 559w" sizes="(max-width: 262px) 100vw, 262px" /><p id="caption-attachment-672" class="wp-caption-text">steinthal&#8217;s house, architect: arne jacobsen, 1937, Fotograf: seier+seier, some rights reserved, Quelle: www.pics.de</p></div>
<h3>    So gerne wäre ich ja auch&#8230;</h3>
<p>Und hin und wieder habe ich einen neuen Kunden am Besprechungstisch sitzen, der, nach der ersten höflichen Unterhaltung zum Kennenlernen, sich wohlgefällig umschaut, den Blick gleiten lässt über Computer und Aktenordner, Zeichenstifte und Handy, Pappmodelle, Skizzenpapier und Bandmass und seufzend bekennt: „Ach ja, ich wäre auch gerne Architekt geworden.“ Was klingt wie ein Hadern mit dem Schicksal, das diese wunderbare Karriere dieses so besonders geeigneten Menschen, der da vor mir sitzt, nur aus ganz albernen Gründen nicht hat Realität werden lassen. Eine Begabung, die der widrigen Umstände wegen nun nur hin und wieder einmal dünn aufscheinen kann in seinen Vorschlägen zur dekorativen Gestaltung der Weihnachtsfeier der Informatikfirma, in der er einen leitenden Posten innehat&#8230;</p>
<h3>    Der Film im Kopf</h3>
<p>Im Gespräch wird dann oft schnell deutlich, dass die Vorstellung vom Berufsbild des Architekten nicht viel mit der Realität gemein hat. Da wird &#8220;Kreativität&#8221; zitiert, ein Begriff der fälschlich meist mit künstlerischem Gestalten gleichgesetzt wird, obwohl er lediglich das Verbinden von unterschiedlichen Mitteln oder Gedanken, die zunächst keine Gemeinsamkeit aufweisen, zu etwas Neuem bezeichnet, das in dieser Form noch nicht dagewesen ist. In diesem Sinne durchaus ein Schöpfungsakt, der jedoch nicht zwingend mit künstlerischer Tätigkeit einhergehen muss (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kreativit%C3%A4t">https://de.wikipedia.org/wiki/Kreativit%C3%A4t ).</a></p>
<p>Im Falle des Architekten ist der schöpferische Akt ein Aspekt der beruflichen Arbeit. Aber bei weitem nicht der einzige. In den Jahren des Studiums nimmt die Entwurfsschulung nur einen relativ geringen Raum ein im Vergleich zu den technischen Fächern. Das Architektur-Studium ist immer noch eine Art Studium Generale, nicht in der Interpretation als Orientierungsphase, sondern als Erarbeitung eines Basiswissens in diversen Disziplinen gedacht, um tieferes Verständnis zu erzeugen in übergreifenden Fragen der Soziologie, Natur- und Kulturwissenschaften. Architekturgeschichte, Denkmalpflege, Physik, Chemie, die Lehre von Tragwerken und geologischen Gegebenheiten müssen beim Erstellen eines Gebäudes zusammenwirken, um ein charakteristisches Gebäude für diesen Nutzer an diesem Ort schaffen zu können, das darüber hinaus allen Anforderungen technischer und rechtlicher Art Genüge tut.</p>
<h3>    Bürokratie und Technik</h3>
<p>Denn auch das ist ein nicht unbedeutender Teil der Tätigkeit eines Architekten. Das endlose Studium von Gesetzen und Durchführungsbestimmungen, von technischen Auflagen und Entwurfsbeschränkungen und bürokratischer Weiterverarbeitung verschlingt Stunden, die immer der Entwurfszeit fehlen. Es macht die Entwurfsphase nicht einfacher, sondern in der Regel komplizierter, weil der unbefangene, spontane Arbeitsantrieb durch die gegebenen Bedingungen gebremst wird, der emotionale Zugang zur Aufgabe wird blockiert und muss erst wiederbelebt werden. Nicht umsonst suchen viele grössere Architekturbüros gezielt nach Mitarbeitern für bestimmte Leistungsphasen. In den ersten Phasen des Entwurfs sollte der unverdorbene Blick auf die Möglichkeiten nicht von den einschränkenden Bedingungen technischer oder finanzieller Art verstellt werden. Später können die Techniker ihre Beiträge leisten und so im Zusammenspiel und der Diskussion mit dem Entwerfenden ein gemeinsames, gelungenes Projekt schaffen.</p>
<h3>    Wer zahlt bestimmt&#8230;?</h3>
<p>Und dann ist da der Bauherr als Auftraggeber und Einflussnehmer. Sicher, es soll sein Haus werden und er soll sich darin wohlfühlen. Es soll ihm und seiner Familie passen wie eine dritte Haut, nach der Kleidung, durch die er ja bereits ein Statement abgibt. Also gibt er einige Parameter vor. Denn schliesslich wird er es bezahlen, und das berechtigt ihn in seinen Augen zu grösstmöglichem Einfluss. &#8220;Ich weiss, was ich brauche und was mir gefällt!&#8221;, die wesentlichen Kriterien eines Bauherrn. Der Entwurf ist in solchen Fällen oft ein schwieriger Prozess. Und man wäre dankbar, an den Hochschulen hätte es auch Kurse in Bauherrenpsychologie gegeben.</p>
<p>Selten sind die Fälle, in denen sich Bauherren unbefangen auf einen Architekten einlassen, ihm das Grundstück präsentieren und die Gründe für dessen Erwerb. Die ihm die Familie vorstellen, ihn einladen, einen Tag, einige Stunden im Familienleben zu verbringen oder wenigstens im Detail einen Tagesablauf schildern, um sich dann zurückzuziehen, auf die Intuition und das Einfühlungsvermögen ihres Architekten vertrauen und vom schliesslich entstandenen ersten Vorschlag an gemeinsam das neue Zuhause erarbeiten.</p>
<h3>   Die Kunst sich einzulassen</h3>
<p>Allerdings, es gibt sie. Diese Bauherren, die ebenso wissen, was sie sich wünschen. Die einen konkreten Traum im Kopf als Film gespeichert haben und manchmal diesen auch anschaulich vermitteln können. Mit denen man dann diesen oft genug diffusen Film gemeinsam in Szene setzen kann. Da geht es in den Gesprächen weniger um formale Details, sondern um Gefühle. Situationen.</p>
<p>Da geht es um Licht und Temperatur, um Farbe und Klang und Gerüche, um eine Gruppe Menschen um einen Tisch oder am Kamin. Um Atmosphäre. Um die Frage &#8220;Wo wollen wir essen, fernsehen, lesen? Wer kocht wie, wo und wann?&#8221; und Vieles mehr. Die Lösungen dazu können wir gemeinsam sehr gut erarbeiten, auch unter der Vorgabe &#8220;Wissen Sie, wir wollten eigentlich ein Haus auf einer griechischen Insel, aber nun muss dieses Haus auf Mallorca entstehen&#8230;.&#8221;.</p>
<h3>    Gemeinsame Arbeit</h3>
<p>Eine echte Zusammenarbeit beginnt. Bauherr und Architekt erarbeiten gemeinsam dieses eine besondere Haus für diesen einen besonderen Platz und die Menschen, die dort leben wollen. Sternstunden. Immer noch getragen vom Ringen um das Ideal, das Sinnvolle, das Angemessene, das Mögliche. Aber getragen auch von einem gleichschwingenden gegenseitigen Respekt.</p>
<p>Und wenn der Architekt dann noch den immensen administrativen Teil seiner Arbeit, der mittlerweile 75% und mehr eines Projektes ausmacht, nicht als Belastung, sondern als Ergänzung betrachtet, dann sind beste Voraussetzungen gegeben, das Unternehmen &#8220;Wir bauen ein Haus&#8221; zu einem glücklichen Abschluss zu bringen.</p>


<p></p>



<p>Anschauliche Information zum Berufsbild der Architektin: die Ausstellung &#8220;Frau Architekt&#8221; <a href="https://relaunch.ahabaustift.com/ausstellung-frau-architekt/">https://relaunch.ahabaustift.com/ausstellung-frau-architekt/</a></p>
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		<title>Shopping &#8211; oder die neue Leichtigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Angelika A. Hermichen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Apr 2018 23:34:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[...auf Mallorca]]></category>
		<category><![CDATA[...denkt]]></category>
		<category><![CDATA[Einkaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Einrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[lifestyle]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_720" style="width: 272px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-720" class="wp-image-720" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/barcelona-Markt-ArmanFlint-300x225.jpg" alt="" width="262" height="196" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/barcelona-Markt-ArmanFlint-300x225.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/barcelona-Markt-ArmanFlint.jpg 453w" sizes="(max-width: 262px) 100vw, 262px" /><p id="caption-attachment-720" class="wp-caption-text">1</p></div></p>
<p>Immer noch erledigen wir einen Teil unserer Einkäufe auf traditionellen Märkten, den Wochenmärkten unter freiem Himmel oder in den überdachten, attraktiven alten Markthallen wie in Frankfurt, den „mercados“ in Städten wie Barcelona und Palma mit ihrer besonderen Atmosphäre von alteingesessenem Handel. In klassischen Gebäuden in mittlerweile meist fremder Umgebung. Wo wir zunehmend gewohnt sind, unseren täglichen Bedarf in modernen, gesichtslosen Selbstbedienungsläden zu decken, finden diese Überbleibsel einer anderen Epoche mehr und mehr als Sehenswürdigkeiten Beachtung bei Touristen, die, der Notwendigkeit enthoben, sich mit alltäglichen Nahrungsmitteln zu versorgen, in schlenderndem Schritt aufsaugen, was sich als optisches Souvenir in den Urlaubskoffer packen lässt. Und das wird als Kauferlebnis perfekt bedient. Nostalgie, reine Nostalgie.</p>
<p><div id="attachment_820" style="width: 310px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-820" class="wp-image-820 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/pixa-superm-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/pixa-superm-300x200.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/pixa-superm-768x512.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/pixa-superm-1024x683.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/pixa-superm-390x260.jpg 390w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/pixa-superm-520x347.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/pixa-superm-740x493.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/pixa-superm.jpg 1920w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-820" class="wp-caption-text">2</p></div></p>
<p>Nach amerikanischem Muster    versorgen wir uns tagtäglich in grossflächigen Super-Märkten, die Beliebiges vielfältig in standardisierten Regalen feilbieten. Meist noch von Hand bestückt, werden diese, jetzt üblichen Verkaufsmethoden sich bald schon wandeln zur Vollautomatisierung und nur noch digital abgewickelt werden. Vieles kaufen wir bereits online ohne Beratung durch einen realen Menschen, allenfalls orientieren wir uns an Testberichten und Kritiken zum Produkt. Kein Wunder, dass nicht nur die kleineren Einzelhandels-Geschäfte mehr und mehr in eine Sinnkrise stürzen und verzweifelt nach neuen Strategien zur Kundenbindung Ausschau halten.</p>
<h3>        Wo der Einkauf zum Erlebnis wird</h3>
<p>In den 50er Jahren wurde dies in Deutschland erstmals von einer Kaffeerösterei in Bremen konsequent umgesetzt. Und die betrieb zu Beginn noch gar keine eigenen Ladenlokale. Die Lieferung des im Bremer Hafen angelandeten und frisch gerösteten Kaffees, der seit den 20er Jahren durch Eduard und Rudolf Schopf (Edu-Scho) per Post-Direktversand an die Kunden verschickt wurde, konnte bald schon durch eine zusätzliche Bestellung anderer Waren erweitert werden. Welche Spannung, wenn wir Kinder dabei waren, wenn ein dickes Paket aus Bremen ankam, das beim Öffnen einen berauschenden Duft freisetzte. Für uns „Dötzchen“ der Duft der exotischen, weiten Welt. Denn die Frauen der Familie bestellten immer gemeinsam grössere Mengen Kaffee und immer auch ein paar Tafeln Schokolade oder Tee. Das erste <i>cross-selling, </i>das dafür sorgte, dass das Angebot attraktiv war und durch neu hinzugefügte Artikel auch blieb.</p>
<p>Einige Zeit später dann weiteten Tankstellen ihr Angebot naheliegend aus auf Autozubehör, später auch auf Süsswaren und Zeitschriften.</p>
<p>Inzwischen ist das Marketingkonzept des Querverkaufs weit verbreitet. Kaffee wird mittlerweile nicht nur mit Pralinen und Schokolade verkauft, sondern auch mit dekorativem Zubehör fürs Haus, Apotheken versorgen nebenbei mit Brillen und Kosmetik, im Tabakwarenladen wird Wein angeboten. Und beim Lebensmittel-Discounter finden sich als saisonale Angebote auch schon mal Gartengeräte und Weihnachtsdekoration.</p>
<h3>        Konzept Einkaufszentrum</h3>
<p>Daneben wuchsen seit Mitte der 60er Jahre nach amerikanischem Muster grössere Kaufhäuser in den Innenstädten und später am Stadtrand die Einkaufszentren aus dem Boden, in denen Einzelhandelsgeschäfte ihre speziellen Waren in direkter Nähe des Mitbewerbers anbieten. Wettbewerb fördert den Umsatz, die Raum-Zeit-Komponente nützt Käufern und Händlern. Grosse Parkplätze direkt vor der Tür, überdachte Passagen in denen viele verschiedene Geschäfte um Kunden werben, ein breites Angebot ähnlicher Waren auf engem Raum. Der Kunde kann schnell Vergleiche anstellen, die Entscheidung noch bei einem Kaffee überdenken, später ins Kino und zum Essen gehen. Überschaubar das Ganze, unkompliziert und wetterfest.</p>
<p><div id="attachment_722" style="width: 399px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-722" class="wp-image-722" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Lisabon-by-bert_kaufmann_piqs_de-4-5-300x202.jpg" alt="" width="389" height="262" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Lisabon-by-bert_kaufmann_piqs_de-4-5-300x202.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Lisabon-by-bert_kaufmann_piqs_de-4-5-768x517.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Lisabon-by-bert_kaufmann_piqs_de-4-5-1024x689.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Lisabon-by-bert_kaufmann_piqs_de-4-5-520x350.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Lisabon-by-bert_kaufmann_piqs_de-4-5-740x498.jpg 740w" sizes="(max-width: 389px) 100vw, 389px" /><p id="caption-attachment-722" class="wp-caption-text">3</p></div></p>
<p>Und unterhaltsam. Da lassen sich Treffen mit Freundinnen und der Familie ganz zwanglos gestalten und mit dem Nützlichen verbinden. Die Eltern erledigen den Schaufensterbummel und den wöchentlichen Haushalts-Einkauf, während die Kids sich mit Sportbekleidung und Zubehör für Handy und Tablet eindecken.</p>
<h3>         Variationsbreite auf engem Raum</h3>
<p>Durch die Nähe der einzelnen Anbieter verschwindet der Eindruck verschiedener Unternehmer. Wir bewegen uns unter einem Dach, in einem Gebäude. Allenfalls lassen Innenarchitektur und Ladenausstattung Individualität erkennen. Das Warenangebot mäandert zwischen Artverwandtem.</p>
<p><div id="attachment_724" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-724" class="wp-image-724 size-medium" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/interior-stacey--300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/interior-stacey--300x225.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/interior-stacey--768x576.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/interior-stacey--1024x768.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/interior-stacey--520x390.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/interior-stacey--740x555.jpg 740w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/interior-stacey-.jpg 1920w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-724" class="wp-caption-text">4</p></div></p>
<p>Da erstaunt es nicht, dass ein spanischer Modehersteller seinen Geschäftsbereich auf Heimtextilien ausweitet und einige Zeit später komplette Einrichtungsgeschäfte eröffnet, in denen die Textilien nur noch einen kleineren Raum einnehmen. Dessen<i> flagship store</i> ist seit kurzem in Palma in bester Lage der Innenstadt am Paseo del Borne beheimatet, in einem Gebäude, das 1921 Gaspar Bennazar schuf, ein bekannter und einflussreicher Architekt und verantwortlich für viele bedeutende Projekte auf Mallorca, und das lange Zeit von einer Telefongesellschaft genutzt wurde.</p>
<h3>        Luxuriöse Umgebung als Motor</h3>
<p>Jedoch gab es schon Vorläufer. Nicht in solch prominenter Lage, aber doch nur einen Steinwurf vom Borne entfernt, liess sich 2007 das <em>Rialto Living</em> im ehemaligen Cine Rialto nieder. Ein schwedisches Designer-Paar präsentierte den rustikalen bis grossbürgerlichen Charme der Interior-Fundstücke ihrer ausgedehnten Reisen im ehemaligen, nun zum Showroom umgestalteten Kinosaal.</p>
<p><div id="attachment_726" style="width: 387px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-726" class="wp-image-726" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Rialto-wohn-3-a-300x200.jpg" alt="" width="377" height="251" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Rialto-wohn-3-a-300x200.jpg 300w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Rialto-wohn-3-a-768x511.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Rialto-wohn-3-a-1024x681.jpg 1024w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Rialto-wohn-3-a-390x260.jpg 390w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Rialto-wohn-3-a-520x346.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/Rialto-wohn-3-a-740x492.jpg 740w" sizes="(max-width: 377px) 100vw, 377px" /><p id="caption-attachment-726" class="wp-caption-text">5</p></div></p>
<p>Sieben Jahre später, als sich die Prachtstrasse Borne in die erste Adresse für exclusives Shopping zu verwandeln begann und auch die umliegenden Gassen vom neu erworbenen Glanz in der Nähe profitierten, erweiterten sie die Verkaufsräume in den benachbarten Palast Ca‘n O‘Ryan aus dem 18. Jahrhundert und hier dann auf zwei Etagen, dem weitläufigen Erdgeschoss und der herrschaftlichen <em>planta noble</em>.</p>
<h3>        Genuss für Leib und Seele</h3>
<p>Hatte der ermüdete Einkaufsbummler zuvor schon im Hintergrund des Interior-Verkaufsraumes einen Kaffee, einen gepflegten Cava oder einen sorgfältig zubereiteten Mittagssnack zu sich nehmen können, so wurde das immer noch überschaubare Café nun in den räumlichen Mittelpunkt gerückt. Das aktuell &#8211; ganz im Trend &#8211; weiter ausgedehnte Sortiment lagert sich geschmeidig darum herum. In den hervorragend renovierten hohen, von Elementen historischer Baukunst akzentuierten Räumen, die den bevorzugten klassischen Einrichtungsstil des gut situierten (internationalen Neu-) Mallorquiners präsentieren, lassen wir uns nun ebenso zum Kauf eines edlen Designer-Outfits hinreissen oder schwelgen in den Möglichkeiten, die sich bieten, unsere Liebsten mit ausgefallenem Lifestyle-Zubehör zu beglücken.</p>
<p><div id="attachment_729" style="width: 274px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-729" class="wp-image-729" src="https://relaunch.ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/DSC_4910-3-200x300.jpg" alt="" width="264" height="397" srcset="https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/DSC_4910-3-200x300.jpg 200w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/DSC_4910-3-768x1154.jpg 768w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/DSC_4910-3-681x1024.jpg 681w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/DSC_4910-3-520x781.jpg 520w, https://ahabaustift.com/wp-content/uploads/2018/04/DSC_4910-3-740x1112.jpg 740w" sizes="(max-width: 264px) 100vw, 264px" /><p id="caption-attachment-729" class="wp-caption-text">6</p></div></p>
<p>Das Umherschweifen im Raum regt die Fantasie an, das Unnötige wird zum reinen Genuss. Wir müssen uns nicht mehr mit bestimmten notwendigen Anschaffungen auseinandersetzen, obwohl auch das hier möglich ist. Aber nein, hier überlassen wir uns gern ganz lässig den Eindrücken zu Raum und Angebot, die in uns hineingleiten und Gefühle erzeugen. Gefühle des Wohlbefindens, des Savoir-vivre auf mediterrane Art, unterstützt von geschickter Beleuchtung und gezielt parfümiertem Raumklima.</p>
<p>Da ist sie wieder, die Erinnerung an Kinderträume. Wie es auf den Märkten klingt, wie der Luxus riecht, wie die Erfüllung eines aussergewöhnlichen Wunsches schmeckt. Kaffee mit Schokolade. Und geben wir es doch zu, nichts berührt uns tiefer als die nun endlich erfüllten sehnlichsten Wünsche unserer Kindheit, die daherkommen in Geruch, Geräusch und die sich einpassen in unsere Vorstellung vom perfekten Zustand. Wie immer dieser auch aussehen mag.</p>
<p>Titelfoto: Galleria Vittorio Emanuele, Horst Baltzer über pixabay (https://pixabay.com), Foto 1 La Boqueria: Arman Flint über Pixabay (https://pixabay.com), Foto 2: tariq786 über pixabay, Foto 3 Einkaufszentrum: Bert Kaufmann über piqs (http://piqs.de/fotos/144308.html), Foto 4 Schlafraum: Spacey über Pixabay (https://pixabay.com), Foto 5 und 6: Rialto Living, mit freundlicher Genehmigung durch Rialto Living Palma S.L. Vielen Dank. (https://rialtoliving.com/en/)</p>
<pre></pre>
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<p>Der Beitrag <a href="https://ahabaustift.com/shopping-oder-die-neue-leichtigkeit/">Shopping &#8211; oder die neue Leichtigkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://ahabaustift.com">aha ... ein baustift</a>.</p>
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